Philharmoniker gratulieren zum 700. Geburtstag

Es war eine gemeinsame Verneigung vor dem berühmtesten Wahrzeichen der Stadt. Gleich zwei Mal führten die Duisburger Philharmoniker, die Kantorei der Salvatorkirche und der Kinderchor der Deutschen Oper am Rhein Carl Orffs „Carmina Burana“ in der Salvatorkirche auf. Der Erlös des vom Tanztheater Ulla Weltike choreographisch begleitenden Konzertes kommt der Sanierung des maroden Turmes der mittelalterlichen Kirche zugute, die ihr 700-jähriges Bestehen feiert.

Zum runden Geburtstag eines der ältesten Bauwerke Duisburgs gab es mit Carl Orffs „Carmina Burana“ ein monumentales szenisches Konzert, deren Kantaten-Texte genauso wie die Salvatorkirche aus dem Mittelalter stammen. So handelte es sich bei der ursprünglichen Carmina Burana um eine Sammlung aus Lied- und Dramentexten aus dem 11. und 12. Jahrhundert aus der Abtei von Benediktbeuern.

Die bereits am frühen Abend auch schon im ersten der beiden Konzerte sehr gut besuchte Kirche ist für Orffs Jahrhundert-Komposition ein würdiger Ort. Mit dem wuchtigen Chorsatz, der inzwischen sogar in der Werbung populär geworden ist, ließ der aus dem Orchester und den von Marcus Strümpe und Sabina Lopez-Miguez dirigierten Chören bestehende große Klangkörper dann der furiosen Eröffnung das festliche und ergreifende musikalische Werk folgen. Inmitten der Stimmgewalt der Chöre und der archaischen Kraft der Rhythmen ragten Antje Bitterlich (Sopran), Ulrich Cordes (Tenor) und Thilo Dahlmann (Bass) als Solisten heraus.

Insgesamt wussten Chor und Orchester jederzeit die feinen Nuancen dieses gewaltigen Werkes herauszuarbeiten, das einen Höhepunkt an den anderen reiht. Mit spielerischer Eleganz und leichtfüßigen Figuren schufen die vielen jungen Tänzer von Ulla Weltike in den Kirchengängen bewegte Bilder, die die Geschichte des Lebens und der Lebenslust erzählen wollten. Bereits 1990 hatte das Tanztheater von Ulla Weltike mit seiner Bearbeitung der „Carmina Burana“ großen Erfolg gehabt. Besonders zu loben bleibt die künstlerische Homogenität aller Mitwirkenden, die aber auch im orchestralen Detail große musikalische Präsenz in diesem atmosphärisch beeindruckenden Kirchenraum bewiesen. Das Publikum bedankte sich für eine großartige Aufführung mit stürmischem Beifall.

 
 

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