Per Minijob in Duisburg-Meiderich aus der Arbeitslosigkeit

Sinan Sat
Uwe Jansen begann mit einem Minijob in der Bäckerei Schlüter, mittlerweile hat er dort eine Vollzeitstelle. Foto: Lars Fröhlich
Uwe Jansen begann mit einem Minijob in der Bäckerei Schlüter, mittlerweile hat er dort eine Vollzeitstelle. Foto: Lars Fröhlich
Foto: WAZ FotoPool
Minijobs können Türöffner für den Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle sein. Im Fall von Uwe Jansen aus Duisburg-Meiderich hat es geklappt. Der 51-Jährige arbeitet in der Backstube Schlüter.

Duisburg. Der Fall in die Arbeitslosigkeit ist für viele Menschen äußerst deprimierend und kann verschiedenste Gründe haben. Im Fall von Uwe Jansen handelt es sich um einen liebevollen alleinerziehenden Vater, der 2005 seinen Job aufgeben musste, um sich um seine beiden Kinder zu kümmern. „Ich habe schlicht keine Möglichkeit mehr gehabt dauerhaft, gute Betreuung für meine Kinder zu bekommen“, sagt Jansen.

Heute freut sich der 51-Jährige wieder Vollzeit in Lohn und Brot zu stehen, was in seinem Fall durchaus wörtlich zu verstehen ist. Durch einen vom Jobcenter vermittelten Minijob, begann er vor zwei Jahren in der Meidericher Backstube Schlüter als Aushilfskraft. „Als Mädchen für alles“ beeindruckte Jansen seinen Arbeitgeber offenbar so sehr, dass er ihm jüngst eine Vollzeitstelle angeboten hat. „Arbeitslos war ich ja nie wirklich. Schließlich haben mich meine Kinder ja genügend beschäftigt. Aber nicht selber sein Geld zu verdienen ist eine schmerzliche Erfahrung gewesen“, sagt Jansen.

Auch Jobcenter-Geschäftsführer Norbert Maul freut sich sehr über die Erfolgsgeschichte aus Meiderich. „Minijobs sind häufig Türöffner. Wer erst in einem Unternehmen beschäftigt ist, hat die Chance sein Können und seine Motivation unter Beweis zu stellen“, erklärt Maul.

Minijobs als Türöffner

Wenn dann eine Stelle in Vollzeit frei wird, hätten Minijobber „meist“ größere Chancen als Außenstehende, da sie sich ja bereits bewährt hätten, führt der Jobcenter-Geschäftsführer an.

Die Zahlen die Maul selber anführt sprechen aber bislang noch eine andere Sprache. 6500 Minijobber sind beim Jobcenter gemeldet und den Einstieg in eine Vollzeitbeschäftigung haben erst rund 60 Personen geschafft. „Wir konzentrieren uns jetzt stärker auf diesen Zweig und würden uns sehr freuen, wenn wir es schaffen zumindest zehn Prozent in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aus der Minijob-Beschäftigung zu vermitteln. Es gibt aber naturgemäß Arbeitgeber die nur zu bestimmten Uhrzeiten, für ein paar Stunden in der Woche Hilfskräfte suchen. So etwa in Altenheimen zu Essenszeiten. Dort wird es wohl nicht zur Übernahmen kommen“, sagt Maul.

Familie und Job unter einem Hut

Für Uwe Jansen ist alles reibungslos gelaufen. Er freut sich sehr über seine neue Arbeit. Zumal die Großbäckerei nur etwa 20 Meter von seiner Wohnung entfernt ist. „So kann ich problemlos um 23 Uhr meinen Dienst beginnen, morgens nach Feierabend meine Kinder für die Schule fertig machen, dann kochen, waschen, putzen und wenn zwischendurch mal Not am Mann in der Backstube ist oder Zuhause mal die Luft brennt, schnell rüber und helfen“, freut sich Uwe Jansen.