Parkinson-Selbsthilfe informiert bei der Vivare-Messe in Duisburg

Detlev Friedriszik, selbst Parkinson-Patient, berichtet gemeinsam mit Neurologen über die „Videobegleitete Medikamenten-Anpassung
Detlev Friedriszik, selbst Parkinson-Patient, berichtet gemeinsam mit Neurologen über die „Videobegleitete Medikamenten-Anpassung
Foto: FUNKE Foto Services
Im Verlauf der Erkankung kann es auch positive Entwicklungen geben, berichtet Detlef Friedriszik. Hilfsmittel zur Entspannung wirken auch bei Kindern.

Duisburg.. „Austherapiert“ – mehr als ein Wort ist es ein Urteil für Parkinson-Patienten. Keine Therapie mehr, kein Medikament, dass den Fortschritt der tückische Krankheit stoppen könnte. Detlev Friedriszik war vor einem Jahr an diesem Punkt. Auf der Gesundheitsmesse Ruhr – Vivare im City-Palais wird der Rheinberger am Samstag und Sonntag anderen Betroffenen Mut machen mit seinem Bericht über Verbesserungen, die ihm eine neue Behandlungsmethoden und Hilfsmittel seither gebracht haben.

„Austherapiert gibt’s nicht“ lautet das Credo des 60-Jährigen. Als IT-Ingenieur war er für Siemens international unterwegs, als er vor zehn Jahren die Diagnose kam. Das hat gedauert, wie bei so vielen. „Erst hieß es: der Stress“, berichtet Friedriszik. Nachdem der Schock sich gelegt hatte, nahm er den Kampf auf, er engagiert sich seither in den Selbsthilfegruppen in Moers und Duisburg. „Es gibt bis zu 400 Betroffenen“, schätzt er.

Nach zehn Jahren setzte Parkinson Detlev Friedriszik immer mehr zu. „Aufstehen, ohne mich mit beiden Händen festzuklammern, das ging nicht mehr, das Gehen fiel mir schwer, Autofahren war zu gefährlich geworden, weil meine Hände zitterten“, berichtet er.

Vibrationen wirken auch bei Schülern

Wesentlich verbessert hat sich der Zustand des Rheinbergers durch die „Videobegleitete Medikamenten-Anpassung“, die Friedriszik bei Prof. Dr. Dirk Woitalla, dem Chefarzt der Neurologie in Essen-Kupferdreh absolvierte. Dabei überwacht der Arzt per Videokamera, wie Parkinson-Patienten auf Medikamente ansprechen und nehmen so die optimale Dosierung vor. „Die Vorteile: Ich muss erstens nicht ins Krankenhaus, zweitens hat der Arzt mich und meine Reaktion ständig im Blick“, erklärt Friedriszik. Aufstehen, gehen – das kann er wenige Monate nach der Therapie fast wieder so gut wie ein gesunder Gleichaltriger, auch mit dem Auto ist er wieder mobil.Gemeinsam mit Prof. Witalla und dem Neurologen Alexander Rzesnitzek berichtet er am kommenden Sonntag (13 Uhr, Vortragsraum 1, Obergeschoss City-Palais). Die Parkinson-Selbsthilfe ist auf der Messe mit Informationen rund um ihre Angebote vertreten.

Auch über hilfreiche Fortschritte vom Hilfsmittel-Sektor berichtet Detlev Friedriszik: Ihm halfen sogenannte „Schwingringe“ – innen gerippte und an beiden Enden verbundene Schläuche, in denen sich Metallkugeln mit dem Patienten in Bewegung versetzen. „Die dadurch erzeugte Frequenz hilft bei der Muskelentspannung“, berichtet er über die Entwicklung des Österreichers Johann Salzwimmer, der sein „Wibro-Schwingsystem“ ausschließlich über die Parkinson-Bewegungstrainer zu den Betroffenen bringt.

Die entspannende Wirkung ist auch an Schulen und Kindergärten hilfreich für ADHS-Kinder, hat Friedriszik bei Tests herausgefunden. Bei seinem Engagement für die Initiative „Mehr Bwegung für Kinder am Niederrhein“ hat er über Sponsoren 17 Kitas und 14 Schulen ausgerüstet. Ein Test an der Grundschule Laar war erfolgreich, auf der Messe werden an Schulen 14x2 Ringe verlost, die von von Sparkasse (10) und der Rheinberger Orthopädie-Praxis Swart/DiMaio bezahlt werden.

„Schwingring“-Verlosung für Schulen: Auf der Messe und per Mail

Vivare – die Gesundheitsmesse Ruhr findet am kommenden Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr im Obergeschoss des City-Palais an der Königstraße statt. Das komplette Programm im Internet: www.vivare-du.de

Für die Verlosung der „Schwingringe“, zum Einsatz im Unterricht eingesetzt werden, können sich Schulen an beiden Tagen am Stand der Parkinson-Selbsthilfe bewerben oder per E-Mail an: DM.Friedriszik@t-online.de

 
 

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