Paketdienste profitieren vom Geschenkekauf per Internet

Lieferservice bis zur Haustür: In der Vorweihnachtszeit haben DHL-Fahrer Hamdi Ok und seine Kollegen viel zu tun.
Lieferservice bis zur Haustür: In der Vorweihnachtszeit haben DHL-Fahrer Hamdi Ok und seine Kollegen viel zu tun.
Foto: WAZFotoPool
Für die Fahrer der Paketdienste ist die Vorweihnachtszeit die stressigste Phase des Jahres. Allein in Duisburg liefert DHL derzeit täglich rund 21.000 Pakete aus. Für 2012 verzeichnet das Unternehmen bislang ein Plus von 14 Prozent beim Paketaufkommen. Dem Internethandel sei Dank.

Duisburg. Zwei Engel schauen auf dem Deckel des Pappkartons verträumt gen Himmel. Hamdi Ok fischt sich dieses auffällige Exemplar mit der adventlichen Aufmachung aus dem Stapel heraus und packt das Paket zu den anderen 180, die er heute in den Laderaum seines knallgelben Transporters einsortiert hat. Für den 31-jährigen DHL-Fahrer aus Mündelheim und seine Kollegen ist die Vorweihnachtszeit die mit Abstand stressigste Phase des Jahres.

„Normalerweise befördern wir bundesweit drei Millionen Pakete täglich. Ab November und bis Heiligabend erhöht sich diese Zahl auf sechs bis sieben Millionen“, erzählt Britta Töllner, Pressesprecherin der Deutschen Post DHL mit Sitz in Düsseldorf. Für das Jahr 2012 verzeichnet das Unternehmen bislang ein Plus von 14 Prozent beim Paketaufkommen. „Das liegt vor allem am verstärkten Internethandel“, so Töllner. Immer mehr Geschenkesuchende stöbern am PC. Und von den vielen Bestellungen per Mausklick profitiert auch die DHL.

Eine Menge Pakete müssen geliefert werden

Rund 21.000 Pakete müssen derzeit pro Tag in den Duisburger Bezirken verteilt werden. Deren Zuschnitt wurde vor Weihnachten verändert und ihre Zahl von normal 52 auf nunmehr 80 erhöht. Entsprechend viele Fahrer trudeln nun an jedem Morgen in der Zustellbasis an der Kommandantenstraße in Neudorf ein. Deren Leiter ist Thomas Bluhmki. Und der 50-jährige Oberhausener weiß, was „seine“ Mannschaft zu leisten hat. „Ich ziehe vor jedem Fahrer den Hut. Was die an einem Tag schleppen müssen, das ist enorm.“

Stimmt! Denn ein Paket darf, so Bluhmki, zwischen 2 und 31,5 Kilogramm wiegen. „Deshalb braucht man schon eine gewisse Robustheit für diese Arbeit – sie macht mir aber trotzdem riesig Spaß.“ Die Frau, die das sagt, ist Claudia Arshad. Sie ist eine von nur zwei weiblichen DHL-Fahrerinnen in Duisburg. Seit neun Jahren macht sie diesen Job. Und an die körperliche Belastung hat sie sich längst gewöhnt. Der Alltag sei das beste Training. Claudia Arshad sucht sich ihre Pakete aus der angelieferten Masse heraus. Vorsortiert und in riesige Container (so genannte Wechselkoffer) verpackt wurden sie vor im Paketzentrum Krefeld, das auch für den Duisburger Raum zuständig ist. Eine Kraft lädt den Containerinhalt per Hand aus und legt jedes Paket auf ein Band. Dieses führt zu mehreren Sortierplätzen, wo die Fahrer mit geschultem Blick die Pakete mit jenen Postleitzahlen herausfischen, die zu ihrem Bezirk gehören. „Du musst den Wagen so beladen, dass es effektiv zur Fahrroute passt. Je besser du den Bezirk kennst, um so schneller klappt alles“, so Arshad.

Alles dreht sich um die Pakete

Bevor aber ein Paket im Inneren ihres mit Regalen bestückten Transporters landet, wird es gescannt. Der Scanner baumelt wie ein Colt in einer Tasche auf Hüfthöhe des Fahrers. „Die Pakete sind alle mit einem Strichcode versehen. Sie werden aber nicht nur an den Wagen, sondern auch schon beim Verlassen der Container aufs Band gescannt“, sagt Zustellbasen-Leiter Bluhmki. So soll sichergestellt werden, dass der aktuelle Aufenthaltsort jedes einzelnen Paketes jederzeit bestimmt werden kann.

In zwei Wellen rücken die Fahrer an jedem Morgen aus. Selbst auf dem großräumigen Gelände an der Kommandantenstraße könnten aus Platzgründen nicht alle Wagen gleichzeitig beladen werden. „Außerdem kommt der Nachschub aus dem Paketzentrum Krefeld stets zeitversetzt“, so Bluhmki. Die ersten Fahrer rücken aus. Ist ja auch heute wieder mal genug zu tun.

 
 

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