Oscar-Star Richard O’Barry protestiert gegen Delfinarium im Zoo

Am 30. März demonstriert Oscar-Preisträger Richard O'Barry mit dem Wal- und Delfinschutz-Forum vor dem Zoo Duisburg gegen die Haltung der Delfine dort.
Am 30. März demonstriert Oscar-Preisträger Richard O'Barry mit dem Wal- und Delfinschutz-Forum vor dem Zoo Duisburg gegen die Haltung der Delfine dort.
Foto: Stephan Eickershoff
Am Freitag besucht ein Oscar-Star Duisburg. Der Auftritt aber wird nicht glamourös, der Star kommt als Demonstrant: Der ehemalige „Flipper“-Trainer und Bambi-Preisträger Richard O’Barry („Die Bucht“) wird mit dem Wal- und Delfinschutz-Forum vor dem Zoo gegen das Delfinarium protestieren.

Duisburg.. Sie gehören wie die Kassierer und Imbiss-Verkäufer beinahe schon zum Empfangskomitee im Zoo Duisburg, auch wenn die Leitung des Tierparks sie gar nicht gerne sieht: Seit Oktober 2010 verteilen Aktivisten des Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) aus Hagen jedes Wochenende Flyer an die Zoo-Besucher: 50.000 der Handzettel mit Argumenten gegen die Delfin-Haltung hätten sie bereits verteilt, schätzt Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF. Der Steuerberater aus Hagen ist der hartnäckigste Gegner des Delfinariums am Kaiserberg, hat den Zoo zuletzt sogar verklagt. Am Freitag, 30. März, wird er mit seinem Verein zum vierten Mal seit 2009 vor dem Zoo gegen die Haltung der Meeressäuger demonstrieren, diesmal aber mit prominenter Unterstützung: Richard O’Barry, dessen Öko-Thriller „Die Bucht“ den Oscar gewann, wird am Freitag, dem 30. März, in Duisburg protestieren – und wohl für jede Menge Medientrubel sorgen.

Der US-amerikanische Delfinschützer, der einst Serienheld Flipper trainierte und 2011 mit dem Medienpreis Bambi ausgezeichnet wurde, reist extra für die Protestaktion in Duisburg an. Denn O’Barry fühlt sich als ehemaliger Dompteur mitverantwortlich für die „Gefangenschaft“ der intelligenten Tiere in Delfinarien weltweit: Seit dem Tod der weltbekannten Delfindame Kathy („Flipper“) kritisiert er die Haltung als Tierquälerei. Seine Botschaft (siehe auch Video unten): „Kaufen Sie keine Tickets für Delfin-Shows.“ In Duisburg, sagt Jürgen Ortmüller, könnten auch Zoo-Besucher so ganz einfach Stellung beziehen: Denn für den Eintritt in das „RWE-Delfinarium“ zahlen Erwachsene 3,50 Euro, Kinder 1,50 Euro extra.

„Zoo Duisburg hat höchste Todesrate bei Delfinen in Europa“

Hollywood-Star O’Barry und Ortmüller sind seit Jahren befreundet. Am Freitag werden sie um 10 Uhr eine Pressekonferenz im Düsseldorfer Maritim-Hotel geben, danach von 13 bis 16 Uhr am Kaiserberg „friedlich und gewaltfrei demonstrieren“. In den Vorjahren hatte Ortmüller dabei in Duisburg jeweils 60, 70 Gleichgesinnte an seiner Seite, für den Auftritt O’Barrys haben bei Facebook jetzt schon 198 Demonstranten zugesagt (Stand: 12, März, 13 Uhr). Am Tag darauf wird er zu einer zweiten Demo in die Schweiz fliegen, wo im Freizeitpark Connyland in den vergangenen drei Jahren acht Delfine eingegangen sein sollen. „Zuletzt starben zwei Tiere nach einer Techno-Party in der Nachbarschaft“, berichtet Ortmüller.

„Aber der Zoo Duisburg hat in Europa sicher die höchste Todesrate bei Delfinen“, da ist sich der WDSF-Geschäftsführer sicher. Er beziehe sich auf schriftliche Angaben des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums, wonach in Duisburg zwischen 1991 und 2011 insgesamt 15 Delfine gestorben sind: „Und nach einem Bericht des Spiegel aus dem Jahr 1997 waren es in der Zeit davor 47 Todesfälle.“

Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf am 6. Juli

Wie dem auch sei: Ortmüller verbreitet seine Argumente gegen die Haltung der Tümmler, Zoodirektor Achim Winkler seine dafür. Am 6. Juli werden sich beide Seiten vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegenüberstehen.

Das Gericht hat zur mündlichen Verhandlung eingeladen, nachdem Ortmüller auf Grundlage des Umweltinformationsgesetzes (UIG) lückenlose Einsicht in die Unterlagen des Tierparks zu den Haltungsbedingungen fordert. „Die Stadtverwaltung hat mir zwar Unterlagen zur Genehmigung der Anlage geschickt“, sagt der Kläger, „vom Zoo Duisburg selbst aber kam bislang nichts: nichts zur Haltung, nichts über die verabreichten Medikamente, keine pathologischen Ergebnisse.“

In einem ähnlichen Fall hatte das Verwaltungsgericht München 2011 der „Whale and Dolphin Conservation Society“ Recht gegeben. Die Organisation verlangte Einsicht in die Unterlagen des Nürnberger Zoos zur Delfin-Haltung, um die Daten unabhängigen Wissenschaftlern zur Verfügung stellen zu könnne.

 
 

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