Opernehe zwischen Duisburg und Düsseldorf weiter ungewiss

Eine besondere Bühne: Zur gemeinsamen Sitzung trafen sich Düsseldorfer und Duisburger in der Mercatorhalle. Foto: Pirkko Gohlke / WAZ FotoPool
Eine besondere Bühne: Zur gemeinsamen Sitzung trafen sich Düsseldorfer und Duisburger in der Mercatorhalle. Foto: Pirkko Gohlke / WAZ FotoPool
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Die Zukunft des Duisburger Standortes der Deutschen Oper am Rhein ist weiter ungewiss. Auf einer öffentlichen Kulturausschusssitzung der beiden Städte Düsseldorf und Duisburg gab es am Dienstag keine klaren Aussagen zur künftigen Finanzierung der „Opernehe“ zwischen den beiden Kommunen.

Duisburg.. Bei der gemeinsamen Sitzung der Kulturausschüsse konnten sich Düsseldorfer und Duisburger am Dienstag in der Mercatorhalle nicht auf einen gemeinsamen Antrag zum Erhalt der Deutschen Oper am Rhein als Theatergemeinschaft einigen.

Bei der getrennten Abstimmung stimmten die Düsseldorfer geschlossen für den Antrag, den die Vorsitzenden Friedrich Conzen (Düsseldorf, CDU) und Frank Albrecht (Duisburg, FDP) formuliert hatten; die rot-rot-grüne Mehrheit im Duisburger Ausschuss brachte gegen die Stimmen der anderen Fraktionen ihren eigenen Antrag durch.

Kein gemeinsamer Nenner

Dabei lagen beide Papiere inhaltlich nicht weit auseinander. Und den ersten Satz des Conzen-Albrecht-Antrags konnte Rot-Rot-Grün auch problemlos übernehmen: „Die Kulturausschüsse der beiden Räte Düsseldorf und Duisburg sprechen sich für eine Fortsetzung der Operngemeinschaft in der Deutschen Oper am Rhein GmbH in der gemeinsamen bereits 122-jährigen Tradition über das Jahr 2014 hinaus aus.“ Doch während im Conzen-Albrecht-Antrag von Geld weniger die Rede ist (mit dem Land sollen „zur Intensivierung der Unterstützung“ Gespräche geführt und weitere „Reduzierungspotenziale für Duisburg“ ausgelotet werden), heißt es bei Rot-Rot-Grün, dass „realistische, überprüfbare und von der Bezirksregierung zu genehmigende Konsolidierungsvorschläge vorgelegt werden müssen“. SPD, Grüne und Linke „sagen zu, sich darum für die Ratssitzung zu bemühen“.

Trotz hektischer Verhandlungen in einer Sitzungsunterbrechung schafften es die Fraktionen nicht, diese Positionen so auf einen Nenner zu bringen, dass ein gemeinsames Ja zustande gekommen wäre.

Die Sitzung in der ungewöhnlichen Umgebung der Philharmonie Mercatorhalle hatte mit 20-minütiger Verspätung, vor ungewöhnlich vielen Zuschauern und begleitet von großem Medieninteresse begonnen. DOR-Geschäftsführer Jochen Grote fasste noch einmal kurz die Argumente zusammen, die für einen Erhalt der Opern-Ehe sprechen, die 1886 mit einem ersten Theater-Pakt zwischen den Städten begonnen hat, nach 35 Jahren unterbrochen, dann neu gegründet, 1943 von den Nazis getrennt und 1956 erneut geschlossen wurde: Bei wirtschaftlich höchster Effizienz wird in beiden Städten ein reichhaltiges und anspruchsvolles Programm geboten.

Düsseldorfer können sich nicht in Duisburger Spar-Diskussion einmischen

Der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe erinnerte daran, dass die Partnerstädte auch in schwierigen Zeiten immer Wege gefunden hätten, die Opern-Ehe zu erhalten. Sein Duisburger Gegenüber, Karl Janssen, schilderte sein „Dilemma“: Er habe die Sparvorgabe von 20 Prozent bekommen; bei einem Gesamtetat von 35 Millionen Euro für Kultur bedeutet das 7 Millionen. Bleibe es bei den 20 Prozent, müsse man an den Opernvertrag – oder alles andere im Kulturetat streichen. Er hoffe aber, dass es nicht dabei bleibe.

Udo Vohl, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion verwies auf das Duisburger Problem, ein 60-Millionen-Euro-Sparpaket bis Ende des Monats beschließen zu müssen und appellierte „ehrlich“ zu sein. Er sei sicher, „akzeptable Deckungsvorschläge“ zu finden. Für die CDU räumte Frank Heidenreich ein, keine Kompensationsvorschläge zu haben, aber allem zustimmen zu wollen, was den Erhalte der Opern-Ehe bedeute.

Die Düsseldorfer könnten sich nicht in die Duisburger Diskussion einmischen, so Conzen. Ihnen liege die Oper am Herzen, er warb um die gemeinsame Erklärung, „und wenn es nur vier Sätze sind“. Es wurde einer.

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