Oper schlägt in Duisburg groß auf

Anne Horstmeier
Foto: Hans-Joerg Michel
Foto: Hans-Joerg Michel

Duisburg. Die Deutsche Oper am Rhein hat ihr Programm für die Spielzeit 2011/12 vorgestellt. Duisburger Opernfreunde können sich auf einen vielfältigen Kulturgenuss im Stadttheater einstellen.

Ganz Düsseldorf ist eine Baustelle – auch das Opernhaus, das vom Ende dieser Spielzeit bis November schließt, weil der Orchestergraben sehr zur Freude von Generalmusikdirektor Axel Kober erweitert wird. Ganz groß schlägt die Deutsche Oper am Rhein dafür zum Start der Saison 2011/2012 in Duisburg auf: Mit der Übernahmepremiere von Francis Poulencs Oper „Dialogues des Carmélites“ geht es am 30. September los. Es folgt am 15. Oktober die Erstpremiere von Bizets „Carmen“, die Carlos Wagner inszeniert; und am 29. Oktober öffnet sich der Vorhang zum ersten Mal für den Ballettabend b.10 mit zwei Choreographien von Ballettchef Martin Schläpfer (zu Schnittkes 3. Klavierkonzert und Helmut Lachenmanns „Tanzsuite mit Deutschlandlied“) sowie der „Symphony of Psalms“ von Jiri Kylian, der von 1977 bis 1999 das Nederlands Dans Theater geleitet hat. Das Düsseldorfer Publikum kann per U-Bahn, Zug oder Busservice anreisen.

Besucherauslastung bei 60 Prozent

Nicht nur im Theater, auch im Duisburger Stadtbild will die Rheinoper zum Saison-Auftakt besonders präsent sein, sagte Generalintendant Christoph Meyer gestern bei der Vorstellung des Spielzeitprogramms. Dass die Arbeit des neuen Leitungsteams in den ersten beiden Spielzeiten angenommen worden sei, bestärke ihn darin, „für die durchaus gefährdete älteste deutsche Opernhauskooperation umso stärker zu kämpfen“, schreibt Meyer im Vorwort des Programmbuchs.

Während die Besucherauslastung in Düsseldorf steigt, dümpelt sie in Duisburg bei 60 Prozent vor sich hin. Dennoch: „Wir werden diese Spielzeit wirtschaftlich positiv abschließen“, so Jochen Grote, Geschäftsführender Direktor der DOR. Während Düsseldorf 2011/2012 allerdings seinen Zuschuss erhöht, könne Duisburg die Steigerung der Personalkosten nicht auffangen, so Grote. Damit trägt Duisburg deutlich weniger als ein Drittel des Gesamtzuschusses von 35,3 Millionen Euro.

Programm für Kinder

Die „unglaublich erfolgreichen“ Opernproduktionen für Kinder mit bislang über 20.000 Besuchern, so Meyer, werden mit der „Nachtigall“ von Igor Strawinksy fortgesetzt. Diese Premiere ist ebenso in Duisburg (2. Februar) wie die von Mozarts „Don Giovanni“, den Karoline Gruber („Platee“) einrichtet. Für die musikalische Leitung kehrt Friedemann Layer als Gast zurück.

Einer der Höhepunkte der Spielzeit dürfte Rameaus „Castro et Pollux“ werden, die zunächst nur in Düsseldorf zu sehen ist – zum ersten Mal inszeniert und choreographiert Martin Schläpfer eine Oper. Die Britten-Reihe wird mit „The Turn of the Screw“ fortgesetzt, außerdem kommen in Düsseldorf Strawinskys „The Rake’s Progress“ sowie die erste Auftragskomposition von Meyer heraus: Anno Schreiers „Der Mörder Kaspar Brand“.