"One Billion Rising" - Duisburger tanzen gegen Gewalt an Frauen

Die Mädchen des Mädchenzentrums ‘Mabilda’ tanzen die Schritte vor und etwa 200 Leute machen mit.
Die Mädchen des Mädchenzentrums ‘Mabilda’ tanzen die Schritte vor und etwa 200 Leute machen mit.
Foto: FUNKE Foto Services
Etwa 200 Duisburger nahmen am Sonntag vor dem Hauptbahnhof an der Aktion "One Billion Rising" teil. Weltweit wurde für Gleichberechtigung getanzt.

Duisburg.. Laut einer UN-Statistik wird weltweit jede dritte Frau Opfer von Gewalt oder auf andere Weise misshandelt. Zusammengerechnet sind das etwa eine Milliarde. 2012 hat die amerikanische Künstlerin und Feministin Eve Ensler deshalb die Aktion „One Billion Rising“ - Eine Milliarde erheben sich -- ins Leben gerufen.

Bei der Aktion treffen sich Menschen weltweit und tanzen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Am Sonntag kamen etwa 200 Teilnehmer zum Duisburger Hauptbahnhof, um bei der Aktion mitzumachen. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass Leute auf der ganzen Welt dabei sind“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Doris Freer. Sie gehört zum „Runden Tisch Gewaltschutzgesetz“, der die Aktion in Duisburg bereits zum dritten Mal organisiert hat.

Die Musik ertönt und eine weibliche Stimme singt davon, dass Frauen wunderbare Kreaturen sind und ihre Körper ihnen gehören. Auf dem Bahnhofsvorplatz tanzen die 200 Leute den „One Billion Rising“-Tanz. Sie drehen sich im Kreis, zeigen mit ihren Fingern in die Luft und zerbrechen unsichtbare Ketten. Viele klatschen im Takt der Musik. Die Cheerleader-Gruppe der Werkstatt für Menschen mit Behinderung und die Tanzgruppe des Mädchenzentrums „Mabilda“ aus Neumühl haben den Tanz vorher eigens einstudiert. Sie tanzen ganz vorne, so dass sich alle die Schritte abgucken können. „Wir wirken gerne mit und setzen ein Zeichen“, betont Milka Radosauljevic, die Trainerin der Mädchentanzgruppe.

Anja Lerch singt für die Frauen

Als der Tanz vorbei ist, jubeln die Leute, unter ihnen Sängerin Anja Lerch: „Ich hatte Gänsehaut!“ Die Duisburgerin hat zwei Lieder mitgebracht, die sie nach den Übergriffen in Köln geschrieben hat. Sie handeln von der Würde der Frauen. „Was nicht ist, wird bald werden“, singt sie und die Leute auf der Bahnhofsvorplatz jubeln ihr zu. Auch viele Männer sind dabei. „Das Thema betrifft nicht nur Frauen. Auch wir sollten uns dafür einsetzen“, sagt Voerder Carsten Mros. Es sind viel mehr Männer dabei, als in den vergangenen Jahren, trotz des schlechten Wetters. „Das ist ein Erfolg für uns. Die Überfälle in Köln sind bestimmt ein Grund. Aber es ist wichtig daran zu erinnern, dass Gewalt gegen Frauen nicht erst seit Köln ein Thema ist und auch in Duisburg passiert“, ermahnt Doris Freer. Deshalb wollen die Mitwirkenden auch 2017 wieder tanzen. „Wir sind erst am Ziel, wenn Frauen und Männer überall auf der Welt gleichberechtigt sind“, betont Sängerin Anja Lerch.

Eine Milliarde Menschen erhebt sich weltweit

Über 200 Länder nehmen an der Aktion teil. In Deutschland sind es über 130 Städte. Die Choregrafie können sich Teilnehmer vorher im Internet angucken.

Der Aktionstag wurde ganz bewusst auf den Valentinstag gelegt, weil es der Tag der Liebenden ist. „One Billion Rising“ soll daran erinnern, dass nicht alle Frauen in liebevollen Beziehungen leben. Die Organisatoren haben den Duisburger Bahnhof als Veranstaltungsort ausgesucht, um an die Überfälle in Köln zu erinnern. Die vorigen Jahre wurde immer in der Innenstadt getanzt.

Auch in Duisburg ist Gewalt an Frauen ein Thema. „Aber Duisburg sticht nicht negativer heraus, als andere Städte“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Doris Freer, dazu.

 
 

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