Old Shatterhand lebt weiter

Lex Barker, Pierre Brice und Götz George (v. l.) in einer Verfilmung des Karl-May-Klassikers „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Lex Barker, Pierre Brice und Götz George (v. l.) in einer Verfilmung des Karl-May-Klassikers „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die Bezirksbibliothek in Rheinhausen zeigt zum 100. Todesjahr des Schriftstellers Karl May Bücher, Filmbände, Plakate, DVDs, CDs und Schallplatten rund um die Helden Winnetou, Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand. Zu sehen noch bis 21. April.

Duisburg. Bis zum 21. April sind sie noch zu sehen: die Bücher, Filmbände, Plakate, DVDs, CDs und Schallplatten rund um die Helden Winnetou, Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand bei der Ausstellung in der Rheinhauser Bezirksbücherei an der Händelstraße aus Anlass des 100. Todestages von Karl May, dem Schöpfer dieser unsterblichen Figuren.

Henrystutzen und Silberbüchse, diese Überlebenshelfer aus Mays unerschöpflichen Erlebniswelten, sind in den drei Glasvitrinen und an den sechs Stellwänden des Kunstkabinetts im Lesesaal nicht aufgeboten. Dafür haben Karl-May-Gesellschaft, Karl-May-Verlag und Karl-May-Museum übersichtliche Plakate in DIN-A1-Format zur Verfügung gestellt. Auf denen sind die Lebensstationen des unermüdlichen Abenteuer-Aufschneiders in Bild und Wort festgehalten. Übersichtlich, aber auch mitunter überflutend in der Vielfalt. Die Exponate in den Vitrinen gehen über das übliche Angebot der Gesammelten Werke Mays hinaus: Es gibt Bücher mit den Wegbeschreibungen, von denen May erzählt, und Comicversionen in futuristischer Gestaltung - und auch einen Band mit den Werken des Malers Sascha Schneiders, die Mays Werkausgabe als Deckel schmückten.

Auf den Tafeln sind Mays Kindheit in ärmlichen Verhältnissen dargestellt, seine kriminellen Kleindelikte, die streng bestraft wurden, die Jahre im Gefängnis. Die eröffneten dem teutonischen Träumer die Flucht in die Literatur - einer Literatur freilich, die eine psychologische Reinkarnation des kleinen Sachsen in die von ihm geschaffenen Heldenfiguren Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi ermöglichten. Die brachten ihm jedoch am Ende seines Lebens den Vorwurf der Lügnerei ein, weil er dabei blieb, er habe die Abenteuer in seinen Büchern selbst erlebt - alles nachzulesen auf den Faksimileplakaten.

Der Erfolg millionenfacher Auflagen wurde nicht beeinträchtigt. Die Filme in den 50er Jahren mit Pierre Brice und Lex Barker brachten einen neuen Aufschwung auch im Bücherverkauf. Vom Versuch, May-Fantasien in heutige Schulen zu bringen, künden Stundenpläne mit Karl-May-Motiven.

 
 

EURE FAVORITEN