Oberhof in Duisburg-Beeck war Geschenk des erlauchten Otto

Ein Blickfang zwischen Hüttenwerk und Brauerei: der Oberhof in Beeck mit Kirche (links) und Denkmal.
Ein Blickfang zwischen Hüttenwerk und Brauerei: der Oberhof in Beeck mit Kirche (links) und Denkmal.
Foto: Ulla Emig
Der Oberhof in Beeck wurde vor mehr als 1000 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Bürgerschaftliches Engagement macht ihn zum Stadtteiltreffpunkt.

Duisburg.. Im Norden die Hochöfen Thyssen-Krupp, im Süden die König-Brauerei, und fast genau dazwischen strahlt die weiße Fassade des Beecker Oberhofs, der die weltbekannten Duisburger Firmen – zumindest was das Alter angeht – weit hinter sich lässt.

Womit wir bei Otto dem Erlauchten wären, Sachsenherzog seines Zeichens, der sich im 10. Jahrhundert großzügig zeigte und den Oberhof dem Stift Essen vermachte. So informiert uns Heutige das Netzwerk Oberhof, das sich elf Jahrhunderte nach Otto um den Hof verdient macht, der im Mittelalter Verwaltungs- und Gerichtssitz war für die uml iegenden Höfe und Ortschaften. Und nebenan findet seit Mitte des 16. Jahrhunderts die Beecker Kirmes statt – eine wahre Traditionsveranstaltung.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Oberhof mehrfach den Besitzer, 1659 brannte er gar ab. Der heutige Backsteinbau mit seinen mehrfach geschweiften Giebeln wurde laut den Akten der städtischen Denkmalschützer 1665 errichtet und gilt als „eines der ganz wenigen Beispiele niederrheinischer Renaissance in Duisburg“.

Im Besitz einer Wohnungsgesellschaft

Das wussten offenbar auch die Stahlindustriellen von nebenan zu schätzen, denn laut einer Tafel am Gebäude gehörte der Oberhof von 1899 bis 1933 der Familie Thyssen.

DuisburgAnschließend übernahm eine Wohnungsgesellschaft das historische Gebäude, 1991 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, das Sozialamt nutzte einige Jahre die Räume, und irgendwann stand der Oberhof leer, was einige Beecker Bürger aber nicht ruhen ließ. „Über sieben Jahre haben wir für das Haus gekämpft“, blickt Wilma Hohmann vom Netzwerk Oberhof zurück.

Zahlreiche Ausstellungen

Wer sich vom Erfolg des Kampfes überzeugen will, sollte dienstags bis samstags zwischen 8.30 und 12.30 Uhr nach Beeck kommen und im Café im Erdgeschoss des Oberhofs frühstücken. Oder im Raum daneben einkehren, „Omas Stübchen“ genannt. Platz für Tagungen und Konferenzen wurde im schmucken Altbau geschaffen. Und gefeiert werden kann dort auch, von Taufe über Hochzeit bis zur Beerdigung. Rund 30 Mitglieder zählt der Netzwerk-Verein, der den Oberhof betreibt. Zahlreiche Ausstellungen haben das Bürger- und Stadtteilzentrum längst über Beeck hinaus bekannt gemacht.

Wer den Oberhof besucht, findet unmittelbar davor das Beecker Denkmal, das an die Opfer der Kriege erinnert und daneben eine ebenfalls sehenswerte evangelische Kirche, deren Mittelschiff aus dem 15. Jahrhundert stammt.

 
 

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