Oberbürgermeister Adolf Sauerland präsentiert sich weiter als Opfer

Manfred Lachniet
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland klebt fester denn je an seinem Amtsstuhl. Hier zu sehen in seinem Amtszimmer mit Büroleiter Peter Wende. Foto: Andreas Mangen
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland klebt fester denn je an seinem Amtsstuhl. Hier zu sehen in seinem Amtszimmer mit Büroleiter Peter Wende. Foto: Andreas Mangen
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Adolf Sauerland verkennt mit seiner Diskreditierung der Bürgerinitiative völlig, was die vielen Duisburger zur Unterschrift gegen ihn getrieben hat: die Empörung, dass jemand keinerlei persönliche Schlüsse aus der Loveparade-Tragödie zieht. Ein Kommentar von Manfred Lachniet.

Duisburgs Oberbürgermeister klebt fester denn je an seinem Amtsstuhl. Zwar bestimmte der Rat der Stadt am Donnerstag den 12. Februar 2012 als Abwahltermin. Doch Sauerland nutzte vorher die Gelegenheit, um die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, die bekanntlich knapp 80.000 Unterschriften für seine Abwahl in der Stadt einsammelte, kurzerhand als Bedrohung von links abzustempeln. Der OB präsentiert sich also weiter als Opfer. Zugleich kündigte er einen Lager-Wahlkampf für die ohnehin schon gebeutelte Stadt an.

Was wird aus Duisburg, wenn die Abwahl nicht gelingt?

Sauerland verkennt mit seiner Diskreditierung der Bürgerinitiative völlig, was die vielen Duisburger zur Unterschrift gegen ihn getrieben hat: nämlich die Empörung, dass jemand keinerlei persönliche Schlüsse aus der Loveparade-Tragödie zieht. Selbst sein spätes Bedauern wirkte unecht, nachdem seine Stadt knapp eine halbe Million Euro für ein Gutachten ausgeben musste, das seine Stadtverwaltung entlasten sollte. Wenn der Abwahltermin nun politisch missbraucht wird, erhöht das nur die Abscheu der Menschen.

Indes muss die Bürgerinitiative die Frage beantworten, wie und vor allem – mit wem? – es nach einer möglichen Abwahl von Sauerland weitergehen soll. Und auch: Was wird aus der Stadt, wenn die Abwahl nicht gelingen sollte?