OB-Wahl - Chef der Jüdischen Gemeinde würde kandidieren

Michael Rubinstein ist seit 2005 hauptamtlicher  Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Foto: Friedhelm Geinowski
Michael Rubinstein ist seit 2005 hauptamtlicher Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Foto: Friedhelm Geinowski
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Michael Rubinstein, 39-jähriger Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Duisburg, schließt eine Oberbürgermeister-Kandidatur nicht aus, sollte sich ein breites, überparteiliches Bündnis auf ihn einigen.

Duisburg.. Er will sich nicht aufdrängen, erst recht keinen Druck machen, aber bekundet zugleich seine Bereitschaft, „wenn ein breites, überparteiliches Bündnis“ ihm die Kandidatur antragen würde: Michael Rubinstein (39), Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg, Mülheim, Oberhausen, ist der erste, der bei der Suche nach einen möglichen parteiübergreifenden Oberbürgermeister-Kandidaten offen seinen Hut in den Ring wirft.

Wo andere, deren Namen im Kandidaten-Karussell kursieren, abwarten und schweigen, gibt sich Rubinstein auf die direkte Nachfrage der WAZ geradezu offen und locker. Ja, er wisse, dass sein Name gehandelt werde. Muslimische Gruppierungen hätten ihn angesprochen.

Auch bei SPD, CDU oder Grünen ist sein Name gefallen, hat es Ansprachen aus den Parteien gegeben, allerdings keine offiziellen. Und fraglos, Rubinstein, erklärter Befürworter der Abwahl Sauerlands und Mitverfasser des Duisburger Manifestes, das den Neuanfang in der Stadtpolitik fordert, hat sich auch selbst mit der Frage seiner möglichen Kandidatur auseinandergesetzt. Vor Wochen schon.

Rubinstein will parteilos bleiben

„Dass mein Name kursiert, ehrt mich. Denn es ist der Beweis dafür, dass ich mir in den acht Jahren, in denen ich in Duisburg lebe und arbeite, eine gewisse Reputation erarbeitet habe.“ Vorrangig sei aber nicht die Frage, ob er kandidiere. Das sei der Sache derzeit nicht dienlich, eher sogar „kontraproduktiv“.

Rubinstein: „Vielmehr unterstütze ich vollumfänglich den breit bestehenden Konsens darüber, dass zunächst einmal die Inhalte zu diskutieren sind, bevor über Personen gesprochen wird. Es geht mir um die Stadt, nicht um meine Person.“

Zugleich erklärt Rubinstein, dass er „sich der Verantwortung nicht entziehen würde“, sollte er den Eindruck haben, dass seine Kandidatur von einem breiten, parteiübergreifenden Bündnis gewünscht und ihm angetragen werden sollte. Der parteilose Rubinstein will weder auf einem Parteiticket fahren, noch als „Spaltpilz“ auftreten.

Keine Kandidatur gegen den Bündnis-Willen

„Entscheidend ist, zu welchem Ergebnis das OB-Wahl-Bündnis kommt“, betont Rubinstein ausdrücklich und lobt dessen Willen, einen gemeinsamen Kandidaten zu suchen. Eine Kandidatur gegen den Bündnis-Willen schließt Rubinstein aus.

Gleichwohl: Aus der „Hüfte geschossen“ sind seine gereiften Kandidatur-Überlegungen nicht: „Duisburg braucht den Neuanfang. Wer auch immer sich künftig an vorderster Stelle um die Geschicke dieser Stadt zu kümmern hat, wird zunächst einen Beitrag zur Versöhnung liefern müssen“, betont der 39-Jährige im WAZ-Gespräch.

Normalerweise sei es für ihn „das Normalste der Welt, dass ein Oberbürgermeister einer Partei angehört: Es ist der besonderen Situation, in der Duisburg derzeit steckt, geschuldet, dass es diesmal anders sein sollte“, so Michael Rubinstein.

 
 

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