OB Sauerland beschränkt sich auf Skandalmanagement

Die Gedenkfeier zum Jahrestag der Loveparade-Katastrophe findet am 24. Juli in der MSV-Arena statt. Im Bild die Trauerfeier vor einem Jahr. Foto: Joachim Kleine-Büning
Die Gedenkfeier zum Jahrestag der Loveparade-Katastrophe findet am 24. Juli in der MSV-Arena statt. Im Bild die Trauerfeier vor einem Jahr. Foto: Joachim Kleine-Büning
Foto: WAZ Fotopool
Ein Jahr nach der Loveparade-Katastrophe betreibt OB Sauerland nur noch Skandalmanagement. Ob das hilft, wird man wissen, wenn die Unterschriftensammlung für seine Abwahl beendet ist. Doch nicht nur hier herrscht Unzufriedenheit in Duisburg.

Duisburg. Fast ein Jahr ist es jetzt her, dass sich die Loveparade-Katastrophe ereignet hat. Und noch immer haben wir keinen Oberbürgermeister, der sich in die Reihe der trauernden Angehörigen stellen kann. Wo wird er sein, wenn am 24. Juli die Gedenkfeier in der MSV-Arena stattfindet? Eigentlich gehört der erste Bürger einer Stadt nach einer solchen Katastrophe auch in die erste Reihe derjenigen, die Trauer und Mitgefühl bekunden (dass er so empfindet, will ich ihm nicht absprechen).

Dass Politiker gerne den Medien die Schuld an allem geben, kennt man. Dann geht man eben nicht zur Einweihung des Mahnmals und gibt vorsorglich den Medien schon mal die Schuld daran, dass das nicht so gut bei den Leuten ankommt. „Skandalmanagement“ heißt so etwas, wie man aus wissenschaftlichem Munde jüngst bei einer WDR-Sendung zum Thema Loveparade hören konnte.

Ob das Skandalmanagement hilft, wird man im Oktober wissen, wenn die Unterschriftensammlung zur Einleitung des Abwahlverfahrens des Oberbürgermeisters beendet ist. Sollten genügend Stimmen zusammenkommen, die Abwahl dann auch tatsächlich erfolgen, kann man ja schon jetzt vorsorglich die Medien dafür verantwortlich machen. Sicher ist sicher. Auf jeden Fall zeugen mehr als 10.000 Unterschriften in neun Tagen – gesammelt an einem einzigen Infostand – davon, dass eine Menge Druck unter dem Deckel herrscht.

Das scheint auch an den Schulen der Fall zu sein. 11.500 Eltern haben sich an der Postkartenaktion der Stadtschulpflegschaft und der GEW beteiligt, um deutlich zu machen, dass sie an ihren Schulen auf Hausmeister zu keiner Zeit verzichten möchten. Rufbereitschaft reicht ihnen nicht. Die Hausmeister aber kosten Geld, das das Immobilien-Management der Stadt einsparen möchte. So darf man mit Spannung auf den nächsten Schulausschuss warten.

Druck herrscht auch bei der Polizei. Innerhalb kürzester Zeit wurden zweimal in der Altstadt Waffen gezogen und Schüsse abgefeuert. Wie sicher sind wir noch in unserer Stadt?

 
 

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