OB-Kandidatenfrage ist Thema beim Prinzenfrühstück im Ratssaal

Willi Mohrs
Meisterhaft als Mercator zurechtgemacht vertrat Bürgermeister Benno Lensdorf den OB a. D. und übergab seiner Tollität Prinz Günter II. brav die Macht im Rathaus. Foto: Hayrettin Özcan
Meisterhaft als Mercator zurechtgemacht vertrat Bürgermeister Benno Lensdorf den OB a. D. und übergab seiner Tollität Prinz Günter II. brav die Macht im Rathaus. Foto: Hayrettin Özcan
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Das Prinzenfrühstück zum Rosenmontag im Duisburger Ratssaal fand nach der Abwahl Adolf Sauerlands erstmals ohne Oberbürgermeister statt. Bürgermeister Benno Lensdorf thematisierte in seiner Rede zur Lage der Stadt die OB-Nachfolger-Frage und Duisburger Skandalbaustellen.

Duisburg. Unterschrieben waren die persönlichen Einladungen noch von Adolf Sauerland, doch der war nicht mehr dabei, als es gestern ans alljährliche Prinzenfrühstück im Ratssaal ging.

Meisterhaft als Mercator zurechtgemacht vertrat Bürgermeister Benno Lensdorf den OB a. D., übergab seiner Tollität Prinz Günter II. brav die Macht im Rathaus – aber erst nach einem gereimten Parforceritt über die kleinen und weniger kleinen Problemfelder der Stadt.

„In Duisburg fragt sich groß und klein, wer soll nun Chef im Rathaus sein“, blickte Mercator alias Lensdorf auf die spannendste Frage der kommenden Tage: „Denn sparen soll er zig Millionen, Sport und Kultur dabei verschonen, dazu die Gräben soll er kitten, die unsre Stadt so oft zerschnitten, doch Schmusebärn mit Eisenbesen, gibt’s nur im Traum als Fabelwesen.“ Tusch.

"Welthauptstadt der Nabelschau"

Soweit Mercators wahrscheinlich zutreffender Blick in die nähere Zukunft. Aber auch Vergangenheit und Gegenwart waren Themen für den berühmtesten Sohn der Stadt, von ihm beschrieben als „Welthauptstadt der Nabelschau“.

Der Zank bei den Zebras waren ihm ein paar Reime wert und die Skandalbaustellen am Innenhafen. Zum Thema Landesarchiv sprach er aus, was fast alle befürchten: „Schon heute wag ich die Prognose, wer sie zahlt, die ganze Chose. Die Zeche fürs Betonwahrzeichen, wird wohl der kleine Mann begleichen.“ Tusch.

Rüber auf die andere Hafenseite, zur Küppersmühle: „Baupfusch hat den Plan vernichtet, Millionenschäden angerichtet. Auch der Schrottpreis kann’s nicht richten, und Kunst im Kubus gibt’s mitnichten. Stattdessen ist die Gebag pleite, vom Vorstand sie sich schon befreite, doch wollen diese Planungsasse, noch mehr Moneten aus der Kasse.“ Tusch, Tätää und Orden für die Tollitäten.