OB Adolf Sauerland und die CDU starten nun doch eine Wahlkampagne

Und er wehr sich doch: Mit dem Adenauer-Slogan „Keine Experimente!“ will Duisburgs OB Adolf Sauerland die Duisburger davon abhalten, ihn abzuwählen. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Und er wehr sich doch: Mit dem Adenauer-Slogan „Keine Experimente!“ will Duisburgs OB Adolf Sauerland die Duisburger davon abhalten, ihn abzuwählen. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Am Freitag sagte OB Adolf Sauerland, er wolle vor dem Bürgerentscheid keinen Wahlkampf führen, nun hat er ihn eröffnet: mit einer Website und Flyern, die der CDU-Kreisverband drucken ließ. Darin rechtfertigt er erneut sein Verhalten nach der Loveparade und die Sicherheitsvorkehrungen der Stadt.

Duisburg. Oberbürgermeister Adolf Sauerland zieht mit einem alten Adenauer-Spruch in den Wahlkampf für den Bürgerentscheid über seine politische Zukunft am 12. Februar. „Keine Experimente!“ steht auf den Flyern, die der CDU-Kreisverband hat drucken lassen. Die beiden Wörter gelten als bekanntester deutscher Wahlkampfslogan; die CDU konnte bei der Bundestagswahl 1957 unter Kanzler Adenauer ihr bis heute bestes Ergebnis einfahren. Jetzt münzt die CDU den Slogan auf Duisburg und Sauerland um: Die Bürger sollen für das unter der Sauerland-Ägide Erreichte stimmen, bei einer Abwahl unterstellt die CDU eine unsichere Zukunft. Vom „Muff des Alten“ ist die Rede, von einem „Zurück in die trostlose Vergangenheit“, zur „Tristesse“ und zum „Schmuddelimage“.

Dass der CDU-Kreisverband hinter der Kampagne steckt, wird nur im Impressum auf der neuen Internetseite (www.adolf-sauerland.de) ersichtlich. Der Inhalt ist Wahlkampf in Reinform: Sauerland listet vor allem seine Erfolge auf, seine Ziele hält er allgemein. Die Finanzlage sei zu verbessern, jeder Duisburger müsse eine Arbeitsstelle finden und einen „Platz in der Stadt“ haben.

„Alles für einen sicheren Ablauf getan“

SpezialseitenDen Abwahlantrag habe „eine Gruppe von Bürgern“ gestellt, wie es Sauerland formuliert. Zur Loveparade erklärt er seine Überzeugung, dass die „Stadtverwaltung mit mir an der Spitze alles für einen sicheren Ablauf getan“ habe. Seinem Verhalten nach der Katastrophe, das Kern der Kritik der Bürgerinitiative ist, widmet Sauerland nur einen Absatz: „Ich frage mich oft, warum ich damals nicht sensibler oder souveräner aufgetreten bin“, schreibt er. Die Antwort darauf sei „einfach“, so Sauerland: „Weil auch ich zu diesem Zeitpunkt von dem Ausmaß des Unglücks schockiert und in meinen Grundfesten erschüttert war“.

Die Kampagne verwundert allerdings aus zwei Gründen. Zum einen hatte Sauerland noch Freitagabend beim Empfang in der Merkez-Moschee erklärt, dass er keinen Wahlkampf führen will.

Aufruf zur Abstimmung

„Es hat bisher keinen Wahlkampf meinerseits gegeben und es gibt ihn auch in den nächsten Wochen nicht“, sagte Sauerland. „Schließlich handelt es sich nicht um eine Wahl, sondern um eine Abstimmung“. Die Kampagne konterkariert seine Aussage, zudem ist auf den Flyern explizit von einer „Wahl am 12. Februar“ die Rede.

Zum anderen widerspricht sich die CDU in ihrer Haltung, wie sie mit der Abstimmung umgeht. „Stimmen Sie mit Nein am 12. Februar und drücken sie damit Ihren Wunsch nach einer gesicherten Zukunft aus“, ruft die CDU jetzt per Flyer auf. Im Dezember hatte der Vorsitzende Thomas Mahlberg noch erklärt, dass er davon ausgehe, den Mitgliedern zu empfehlen, der Abstimmung fern zu bleiben.

 
 

EURE FAVORITEN