Duisburg

Notbeleuchtung statt Leuchttürme in Duisburg

Foto: WNM
Ohne großen Projekt-Auftritt präsentierte sich Duisburg auf der großen Investoren-Messe Expo Real in München. Zu wenig für die Revier-Metropole.

Duisburg. . Ach, wir haben diesmal keine Leuchtturmprojekte: Duisburgs Stadtspitze, die Stadtplaner und die Wirtschaftsförderer machen nonchalant aus der Not eine Tugend, dass sie in diesem Jahr mit ziemlich leeren Händen zur Expo Real, der großen Investorenschau in München, gereist sind. Und der Verweis auf viele „intensive Gespräche“ dort klingt wie das laute Pfeifen im Walde. Notbeleuchtung statt Leuchtturm.


Eine Fast-Halb-Millionen-Stadt ohne vorzeigbare, greifbare Investitionsvorhaben, ohne städtebauliche Würfe zur Zukunftsgestaltung der Stadt: Das ist buchstäblich ein Armutszeugnis. Sicher, auch andere Kommunen treten auf der Münchener Immobilienmesse oft mit mehr Schein als Sein auf und zaubern für die Galerie . Aber selbst das gelingt Duisburg nicht. Einzige frohe Botschaft ist der neue Projektentwickler für das Marientor-Carree. Aber mit Verlaub: Pläne und bejubelte Ankündigungen gab es für die Brache schon oft. Es ist wie zuvor: So lange Investoren nicht Geld zeigen, bleiben es Pläne. Warten wir ab, bis die Bagger wirklich rollen.


Und sonst? Fehlanzeige! Nichts Vorzeig- oder Vermarktbares. Weder zum Mercatorquartier, den ehrgeizigen Plänen für das große neue Innenstadt-Viertel zum Wohnen und Arbeiten vis-à-vis des Rathauses, wo mit noch ausbleibenden Fördermitteln nicht einmal der Abriss begonnen hat. Nichts zur Bebauung der Mercatorstraße als Tor zur Innenstadt, wo im Frühjahr die Platanen fielen. Nichts zum Standort Alte Bücherei an der Düsseldorfer Straße aus dem Hause Fokus Development. Nichts zum Eurogate-Gelände mit bröckelnder Treppe im Innenhafen, das keiner kaufen will.

Muss man die beiden Riesen-Flops noch erwähnen, die auch in München vor Jahren im Blitzlichtgewitter standen und bei denen das Licht ausgeknipst ist: die Duisburger Freiheit mit Möbel-Mogul Kurt Krieger, der lieber in Neuss baute und damit Duisburg beerdigte, und das Factory Outlet, das planungsrechtlich wie finanziell vor dem Aus steht. Vom Wittener Einrichter Ostermann und seinen Meidericher Bau-Plänen hört man auch nichts mehr.

Nörgelei, Dramatisierung, Miesmacherei? Nein, eine Statusbeschreibung aktuellen Stillstandes, für den es keine einzelnen Verantwortlichen gibt und der zugleich eben auch Duisburgs Abhängigkeit von Investoren widerspiegelt. Man muss sich nur davor hüten, aus Angst um seinen Ruf die Lage schön zu reden.

 
 

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