Wolfgang Trepper trat in Duisburg-Meiderich auf

Oliver Kühn
Wolfgang Trepper. Foto: Ulla Michels WAZ FotoPool
Wolfgang Trepper. Foto: Ulla Michels WAZ FotoPool
Der Duisburger Wolfgang Trepper besuchte wieder mal die Kleinkunstbühne Meiderich. Und begeisterte das Publikum drei Stunden lan.

Duisburg-Meiderich. Es kommt nicht oft vor, dass die Kleinkunstbühne Meiderich (KBM) einen Duisburger Kabarettisten im Centrum Westende präsentieren kann. Wenn es dazu jedoch noch ein bundesweit bekannter Hochkaräter wie Wolfgang Trepper ist, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Doch dann sagte er bei seinem Auftritt unvermittelt: „Über den MSV reden wir heute besser nicht, es soll ja ein schöner Abend werden.“ Die Meidericher nahmen es ihm aber nicht krumm, denn er schob hinter: „Absteigen werden sie aber nicht.“ Damit war die Welt wieder in Ordnung und ein erstklassiger Kleinkunstabend sollte folgen.

„In Duisburg zu sein, ist immer etwas Besonderes“, insbesondere, weil er bei der KBM seinen „allerallerallerersten Bühnenauftritt“ hatte. Das war im Mai 2003, noch als Kunstfigur Hausmeister Kaleschke – einige Zuschauer von damals waren diesmal wieder dabei. So lag er mit seinem Solo-Programm „Nich’ mit mir“, einem Hin und Her zwischen Aktuellem und Vergangenem dann auch genau richtig, oft kugelten sich die Zuschauer vor Lachen und japsten dabei nach Luft. Kaum ein Auge blieb trocken.

Trepper zeigte ein breites Repertoire, sorgte dabei etwa für viel Schadenfreude, als er jammernd und schluchzend erzählte, wie er beim Wellness von Thai-Masseusen und Kosmetikerinnen gequält wurde. Doch richtig in Fahrt kam er immer dann, wenn er sich aufregen durfte, über die heutige Jugend, über die Marotten seiner Partnerin und aller anderen Frauen. Aber auch an Schlagerliedern aus seiner Jugend und an aktuellen wie damligen Fernsehsendungen ließ er kein gutes Haar. Mit Koch-Shows rechnete er ebenso gnadenlos ab wie mit der ZDF Hitparade und Hans Rosenthals „Dalli Dalli“.

In den Berichten über das Großwerden in der Krupp-Siedlung erkannten gerade ältere Gäste vieles wieder, während jüngere merkten, dass sich seit den sechziger Jahren nicht alles verändert hat. Der Rheinhauser präsentierte sein geliebtes Duisburg und dessen Menschen mit allen Ecken und Kanten, die es liebenswert machen, wurde vereinzelt aber auch mal ernst. Stolz sei er auf seine Mitbürger, weil sie in so großer Zahl zur Abwahl gegangen sind.

Beinahe drei Stunden dauerte Treppers Auftritt, der das Zwerchfell seiner Gäste stark beanspruchte. Als Dank wurde er mit tosendem Applaus verabschiedet.