Wie zwei Finger einer Hand

Am Samstag wurde in der Kulturwerkstatt Meiderich die Ausstellung "Gemeinsam - Gegensätzlich" eröffnet. v.l. Hektor, Serap Riedel. Foto: Ido Milbret/WAZ FotoPool
Am Samstag wurde in der Kulturwerkstatt Meiderich die Ausstellung "Gemeinsam - Gegensätzlich" eröffnet. v.l. Hektor, Serap Riedel. Foto: Ido Milbret/WAZ FotoPool
Foto: WAZ-Fotopool
TurapTekmen, genannt Hektor, präsentiert seine Werke in einer Gemeinschaftsausstellung mit Serap Riedel, die wie er einst als Gastarbeiterkind aus der Türkei kam. Beide sind Autodidakten, erforschten ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten auf eigene Faust. So weit ihre Gemeinsamkeiten.

Meiderich..  Peter Weber, der Leiter der Meidericher Kulturwerkstatt fremdelt noch ein bisschen mit dem neuen Künstlernamen Hektor Troyali, den sich der Künstler TurapTekmen zugelegt hat. „Ich habe dich halt unter „Turap“ gespeichert“, sagt er bei der Ausstellungseröffnung.

TurapTekmen, genannt Hektor, präsentiert seine Werke in einer Gemeinschaftsausstellung mit Serap Riedel, die wie er als Gastarbeiterkind aus der Türkei nach Deutschland kam. Beide sind Autodidakten, erforschten ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten auf eigene Faust.

Aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. „Gemeinsam – Gegensätzlich“ heißt die Schau ihrer Werke, die bis Mittwoch, den 22. Oktober im Galerieraum „Art47-Flechtwerk“ und in der dahinterliegenden Kulturwerkstatt zu sehen sein werden.

Serap Riedels abstrakte Bilder leben von den klaren, heiteren Farben. „Ich habe seit einiger Zeit eine helle Phase“, sagt sie. Sie mischt ihre Pigmente selbst und ist eine bekennende Schnellmalerin. Unter ihrem flotten Pinsel abstrahieren sich die konkreten Formen, die sie beim Malen vor Augen hat, die entstehenden Bilder sind bewegt und spannungsgeladen.

Hektor Troyali braucht mitunter sechs Wochen für eine seiner übernaturalistisch-präzisen Bleistiftzeichnungen. In einer Kristallkugel, die auf einem Buch liegt, spiegelt sich sein heimischer Arbeitsraum, kleinformatig, bis ins winzigste Detail perfekt ausgearbeitet. Ein selbstverliebtes, symbolträchtiges Spiel mit dem eigenen, zeichnerischen Können. Einige seiner Ölbilder wirken wie gestellte Portraitaufnahmen aus vergangenen Zeiten. Seine kleinen Ton-Skulpturen setzen weibliche Körper und männliche Sehgewohnheiten ironisch-derb in Szene.

Eine Besucherin betrachtet ein Stillleben mit Totenkopf, Suppenteller und Flasche. „Na, der hat seinen letzten Schluck genommen“, scherzt sie. „Das ist politisch gemeint und geht gegen die Reichen, die alles für sich beanspruchen“, sagt der Künstler ernst.

„Das sind bemerkenswerte Dinge, die wir hier in die Werkstatt holen“, sagt Peter Weber mit Stolz und weist darauf hin, dass beide Künstler auch schon international Beachtung fanden. Er fügt hinzu: „Wir wollen noch einiges bewegen hier im Stadtteil, lasst uns zusammen an der Toleranz arbeiten.“

 
 

EURE FAVORITEN