Walsumer Gedenkstein erinnert wieder an Jaring Woudstra

Christian Balke
Am Dienstag fand die Wiedereinsetzung des Stolpersteins an der Walsumer Hubbrücke satt. Im Gedenken an den von Nazis hingerichteten Binnenschiffer Jaring Woudstra. Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
Am Dienstag fand die Wiedereinsetzung des Stolpersteins an der Walsumer Hubbrücke satt. Im Gedenken an den von Nazis hingerichteten Binnenschiffer Jaring Woudstra. Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
Der „Stolperstein“, der an den Widerstandskämpfer Jaring Woudstra erinnert, wurde im Jahre 2005 erstmals von Schülern und Lehrern der Realschule Fahrn hier eingesetzt. In der Nacht auf den 1. September 2014 rissen ihn Unbekannte aus dem Pflaster. Nun wurde er wieder eingesetzt

Walsum.  Der Herbstwind pfeift aus Nordwest über den Deich am Walsumer Nordhafen und trägt das Lied der „Moorsoldaten“ mit sich, das der Walsumer Heinz Schierl auf seinem Harmonium angestimmt hat.

Umringt von Fotografen und Besuchern, die sich zur Feierstunde an der Hubbrücke eingefunden haben, setzen die Männer des Walsumer Unternehmens Natursteine Kleinfeld einen gravierten Messingquader in das Pflaster ein.

Der „Stolperstein“, der an den deutsch-niederländischen Widerstandskämpfer Jaring Woudstra erinnert, wurde im Jahre 2005 erstmals von Schülern und Lehrern der Realschule Fahrn hier eingesetzt. In der Nacht auf den 1. September 2014 rissen ihn Unbekannte aus dem Pflaster und warfen ihn den Deich hinab.

Der Stein fiel nicht ins Wasser und wurde gefunden. Nun, nachdem ihn die Experten aus dem Hause Kleinfeld wieder in Stand gesetzt haben, wird er erneut eingesetzt.

In seiner Ansprache erinnert Helmut Feldhaus, Lehrer der Realschule Fahrn, daran, wie aktuell die Werte, für die der Sozialdemokrat Woudstra lebte und starb, gerade heute wieder seien: „In Anbetracht der fanatischen Terrormilizen, die in Syrien und anderswo Menschen morden und vertreiben, erinnert uns Woudstras Andenken an unsere Verantwortung für Menschenrechte, Freiheit und Solidarität mit Verfolgten.“

Im Jahre 1942 hatten die Schergen des Nazi-Regimes den Binnenschiffer Woudstra verhaftet. Weil er Schriften verteilt hatte, in denen zum Widerstand gegen die Nazis aufgerufen wurde, verurteilte ihn das Regime zum Tode. Im Sommer 1943 wurde dem Freiheitskämpfer in Berlin-Charlottenburg der Kopf abgeschlagen.

Schüler, Vertreter der Kirchen und Gewerkschaften legen zum Gedenken Blumen auf den Stein.