Wahrzeichen blickt gen Ruhrort

Christian Balke
Mit großem Bahnhof wurde am Montagabend der „Meidericher Hahn“ eingeweiht, der das Zeug zum neuen Wahrzeichen des Stadtteils hat. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Mit großem Bahnhof wurde am Montagabend der „Meidericher Hahn“ eingeweiht, der das Zeug zum neuen Wahrzeichen des Stadtteils hat. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Wirtschaft und jungen Leuten: Am Kreisverkehr Emmericher-/ Bronckhorststraße wurde der „Meidericher Hahn“ eingeweiht

Meiderich.  Im Oktober 2012 wurde im Meidericher Arbeitskreis Schule und Stadtteil (AKSUS) der Vorschlag gemacht, Hand in Hand mit Kommune, Wirtschaft und Schulen ein Kunstwerk für Meiderich zu schaffen, Kreativität mit der Förderung junger Leute zu verbinden. Das Ergebnis dieser Idee wurde am frühen Montagabend in Meiderich eingeweiht und taugt zum neuen Wahrzeichen des Stadtteils.

Die Eckdaten sind so beeindruckend wie das Kunstwerk selbst: 930 Kilogramm Stahl sind mit enormen Stahlschrauben auf einem zwei Tonnen schweren Betonsockel fixiert.

Ein stolzer Stahlgockel, wohl der beeindruckendste der zahlreichen „Meidericher Hähne“ – natürlich abgesehen vom original „Meierkschen Hahn“ des Stuckateurs van Cleef von 1925 – steht da mittig auf der Verkehrsinsel am Kreisverkehr Emmericher-/Bronckhorst- und Varziner Straße. Der stählerne Vogel richtet seinen Blick nach Südwesten, Richtung Ruhrort. „Da schaut er gerade in die richtige Richtung“, sagt der Meidericher Bezirksamts-Chef Ralph Cervik hocherfreut. „Von wegen!“ hallt es aus dem Pulk der Besucher unterm Schatten spendenden Festzelt hervor – vermutlich hatte sich ein Ruhrorter Lokalpatriot in die Stadtteilparty „eingeschlichen“.

Der eigens zur Einweihung engagierte Discjockey lässt den Zebratwist in Endlosschleife laufen und nachdem sich die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft an der eindrucksvollen Stahlstatue satt gesehen und über die schlimme Situation des strauchelnden MSV Duisburg diskutiert haben, spricht Ralph Cervik.

Er dankt allen, die an der Entstehung des Hahns mitgewirkt haben, allen voran der Firma ThyssenKrupp Mill-Services & Systems aus Oberhausen, die eine Fertigung der Skulptur in ihren Oberhausener Werkstätten ermöglichte. Aber nicht nur Jörg Schürmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Dienstleistungs-Unternehmens für die Stahl- und Metallindustrie, wird mit Lob und Dank bedacht. Auch Werbe- und Marketingprofi Thilo Susen, der am Design des Hahns maßgeblich und ehrenamtlich beteiligt war. Auch dem AKSUS, der im Rahmen des Hauptschulprojektes „Startschuss Ausbildung“ dafür sorgte, dass sich Jugend mit dem Hahn-Projekt Perspektiven schaffen konnte.

Jugendliche wie Serhat Soykan (16 Jahre) und Cem Schroers (17). Beide werden von Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann in den Vordergrund ihrer kurzen Ansprache gerückt: „Ihr könnt stolz darauf sein, was ihr hier geschafft habt!“ Beide arbeiteten im Rahmen einer Projektwoche in einem achtköpfigen Schüler-Team an der Gestaltung des Hahns mit. Und fanden über die Maßnahme anschließend einen Ausbildungsplatz.