Vivawest verwirrt bei geplanten Hausverkäufen in Duisburg

Christian Balke
Frank Schleußer von Vivawest (links) mit Ratsfrau Jenniffer Metzlaff und Bezirksbürgermeister Georg Salomon. Foto: Udo Milbret
Frank Schleußer von Vivawest (links) mit Ratsfrau Jenniffer Metzlaff und Bezirksbürgermeister Georg Salomon. Foto: Udo Milbret
Foto: Funke Foto Services
Vivawest schreibt in Pressemitteilung, dass 250 Wehofener Häuser zum Kauf angeboten werden. Mitarbeiter im Beratungsbüro vor Ort wussten davon nichts.

Duisburg - Wehofen. „In der denkmalgeschützten Bergarbeitersiedlung Duisburg-Wehofen bietet Vivawest aktuell mehr als 250 Ein- und Zweifamilienhäuser zum Kauf an“ – so steht es wörtlich in einer Pressemitteilung des Wohnungs- und Immobilienkonzerns vom 11. März. Die Pressemitteilung wurde in dieser Zeitung in Auszügen bereits veröffentlicht.

Am Montag eröffnete Vivawest nun sein neues Vertriebsbüro auf der Wehofener Marktstraße. Wie viele Häuser in Wehofen eigentlich verkauft werden sollen, darüber war man sich bei Vivawest jedoch offensichtlich nicht einig.

Gleich mehrere Vivawest-Mitarbeiter suchten während der Eröffnungsfeier den Kontakt zum anwesenden Redakteur und kritisierten den vorausgegangenen Bericht in dieser Zeitung als sachlich falsch. Offensichtlich ohne zu wissen, dass die im Artikel genannten Fakten, aus der Vivawest-Pressemitteilung übernommen wurden.

30 Häuser oder 250 Häuser?

„Von 250 Häusern kann gar keine Rede sein, ich weiß nicht, wo sie diese Information her haben“, sagte etwa Eric Rüttermann vom Wehofener Vertriebsbüro und machte seinem Ärger über den Bericht in dieser Zeitung Luft, „soviel verkaufen wir vielleicht im ganzen Duisburger Norden.“ Derzeit würde Vivawest 30 Objekte in Wehofen anbieten.

Anschließend verteilten die Vivawest-Berater eine Info-Mappe, in der das Unternehmen schwarz auf weiß betont, aktuell 250 Häuser in Duisburg-Wehofen zum Kauf anzubieten.

Die Pressestelle von Vivawest sagte auf Nachfrage, dass es sich um ein „unglückliches Missverständnis“ handele. „Insgesamt wollen wir in Wehofen 250 Häuser verkaufen, dass ist genau so, wie es in der Pressemitteilung steht“, sagte die Sprecherin. Nach den Reaktionen auf die Berichterstattung, sei es Vivawest aber wichtig, zu betonen, dass es in Wehofen keinen Verkauf an so genannte „Heuschrecken“ geben werde.

Hausgemachte Verwirrung

Neben der hausgemachten Vivawest-Verwirrung, wer denn wann wie viele Häuser in Wehofen verkaufen will, stand an diesem sonnigen Montag dann auch ein klares Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Wehofen im Vordergrund.

„Hier in Wehofen lebt ein ganz eigener Menschenschlag“, sagte Frank Schleußer, Vivawest-Verantwortlicher für den Immobilienvertrieb, im Rahmen der Eröffnungsfeier. Neben dem Verkauf von Immobilien bekenne sich Vivawest klar zum Erhalt von Miet-Immobilien im Viertel: „Wir werden weiterhin ein verlässlicher Partner bleiben.“

Laut Vivawest-Pressestelle ist der Konzern Eigentümer von 700 Wohnungen in Wehofen.