Virtuose Gitarren- und Orgelklänge in Hamborn

Christian Balke
Pracht- und wertvoll: Die Mönch und Prachtel Orgel in der Abteikirche, hier 2013 bespielt von Stephen Tharp aus New York.Foto: Michael Dahlke / WAZ FotoPool
Pracht- und wertvoll: Die Mönch und Prachtel Orgel in der Abteikirche, hier 2013 bespielt von Stephen Tharp aus New York.Foto: Michael Dahlke / WAZ FotoPool
Zum 1. Advent ist der Spitzen-Gitarrist Gogoncea Gast der internationalen Konzertreihe der Abtei. Organisator Pater Bartetzky sorgt sich um seine Orgel.

Alt-Hamborn.  Seit 30 Jahren veranstaltet der Hamborner Abteikantor und Musikwissenschaftler Peter Bartetzky nun internationale Orgelkonzerte in der Abteikirche.

Am ersten Adventssonntag, 16.30 Uhr, kommt einer der aktuell wohl besten europäischen Konzertgitarristen in die Abteikirche, um Klassik und Orgelmusikfreunden sowie dem Gastgeber Bartetzky musikalisch zu gratulieren: Mircea Gogoncea, 25 Jahre alt, wurde zu Beginn der 2000’er Jahre als „Gitarren-Mozart“ gefeiert.

Aus dem Wunderkind rumänischer Eltern, das in Düsseldorf und London klassische Gitarre studierte, ist mittlerweile ein „Wunderknabe“ der europäischen, ja, weltweiten Klassik-Szene geworden.

Valencia, Tel Aviv, San Diego, London, Pisa – die Reihe ließe sich zeilenlang fortsetzen: 120 Titel auf klassischen Festivals hat der temperamentvolle junge Mann mit den schier übermenschlich schnellen Händen bislang gewonnen. Am Sonntag ist er in Hamborn zu Gast: „Ich freue mich, dass wir zum Jahresausklang eine hoch attraktive Kombination aus Gitarren- und Orgelmusik präsentieren können“, sagt Peter Bartetzky.

Dem umtriebigen, klugen Kirchenmusiker gelingt es immer wieder, die „Champions League“ der internationalen Orgelmusik- und Klassikszene nach Alt-Hamborn zu lotsen. Wollte man die internationale Orgelmusikreihe mit dem Fußball vergleichen: Der Auftritt von Gogoncea in Hamborn entspräche etwa einem Gastspiel des FC Chelsea an der Wedau.

Freilich hofft Bartetzky auch deshalb auf regen Zuspruch von Klassikfreunden am Adventssonntag. Zumal der Eintritt wie immer frei ist. Über eine Spende zum Schluss freut sich der Kantor. Zur Zeit noch mehr als sonst, denn die pracht- und wertvolle Mönch und Prachtel Orgel der Abteikirche muss dringend überholt werden.

Mit viel Überzeugungskraft hat Bartetzky es bereits geschafft, einen Großteil der benötigten 195 000 Euro zusammen zu tragen: „Aktuell brauchen wir noch 90 000 Euro für die notwendige Überholung dieses einzigartigen Instruments“, sagt der Kantor.

Gern schaut er zurück auf die Konzerte des Jahres 2016. Ein Höhepunkt sei fraglos das Zusammenspiel von Prachtel-Orgel und Akkordeon im Sommer gewesen: „Oder auch die Coproduktion mit meinem Bruder Arnim“, sagt Bartetzky, „die Mischung aus Klassik und Musical, die Lori Zeglarski im Januar präsentiert hat.“

Gute Gründe dafür, den ersten Adventssonntag in der Abteikirche ausklingen zu lassen? „Die Leute, die zu unseren Konzerten kommen, werden für zwei Stunden in eine andere Welt versetzt“, sagt der Organist, „die Musik ermöglicht eine Besinnung auf das Innere, das ist ein Geschenk.“