Viele neue Gewerbeflächen sollen in Hamborn entstehen

Martin Kleinwächter
Die Brachfläche der ehemaligen Marxloher Zeche Friedrich-Thyssen soll als gewerbegrund vermarktet werden.
Die Brachfläche der ehemaligen Marxloher Zeche Friedrich-Thyssen soll als gewerbegrund vermarktet werden.
Foto: WAZ
Die Hamborner Bezirksvertretung stellte jetzt die Weichen für die Flächennutzung der kommenden 20 Jahre. Schwerpunkte Wohnen und Gewerbe

Hamborn.  Vier neue Wohngebiete, dabei Verzicht auf drei ursprünglich geplante. Sieben neue Gewerbeflächen, dabei Tausch einer Fläche gegen eine andere in Neumühl, das sind die planerischen Ziele der Stadt für den Bezirk Hamborn in den nächsten 20 Jahren. In der Bezirksvertretung dauerte diese letzte Weichenstellung vor dem Start der entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans jetzt nur wenige Minuten.

Die SPD hatte noch zwei Ergänzungsanträge. So zum 143 000 Quadratmeter großen ehemaligen Areal von Schacht Friedrich-Thyssen in Marxloh. Die Fläche soll wieder für Gewerbe genutzt werden. „Der Rosengarten und das Stellwerk dort müssen unbedingt erhalten werden“, forderte Sebastian Haak. Das Gelände grenzt bis an den Garten der Moschee.

Außerdem will die SPD die Interessen der Sportvereine wahren. Denn der bisherige Sportplatz an der Warbruckstraße, östlich der A 59-Auffahrt, soll ebenfalls Gewerbegebiet werden. Und auf Anregung aus der Bürgerschaft soll statt der Kleingärten östlich des Gewerbegebiets Neumühl eine Fläche südlich von Gewerbegebiet und vom Heinrich-Hammacher-Sportpark zu Gewerbegebiet werden.

Ganz allgemein beantragte Haak, dass die Stadtverwaltung für all diese Konfliktfälle in Absprache mit den betroffenen Vereinen ein Konzept erarbeiten soll, das auch deren Interessen berücksichtigt. So könnten zum Beispiel bei sportlichen Nutzungen auf Teilflächen verzichtet werden. „Ansonsten haben wir ein gutes Paket geschnürt“, erklärte der SPD-Sprecher. Angesichts weiterhin bestehender Kritik an fehlenden Flächenreserven plädierte Haak dafür, notfalls weitere Flächen nachträglich umzuwidmen.

Für Linke und Grüne beantragte Herbert Fürmann, über das künftige Sondergebiet für das Factory Outlet Center (Rhein-Ruhr-Halle) getrennt abzustimmen. Das bot Grünen, Wählergemeinschaft SGU und Alternative für Deutschland (AfD) die Möglichkeit, mit Nein zu stimmen, dem Gesamtpaket jedoch ebenfalls zuzustimmen, wie es SPD und CDU ausnahmslos taten.

Damit sollen gegenüber von der Moschee in Marxloh, am St.-Barbara-Hospital in Neumühl, auf dem Gelände der früheren dortigen Adolph-Kolping-Schule und in Röttgersbach nördlich der Ziegelhorststraße neue Wohnbauflächen entstehen. Die Bereiche nördlich der Lindgensstraße in Röttgersbach, westlich vom Jubiläumshain in Marxloh und an der dortigen Waterkampstraße werden nicht mehr verfolgt.

Für Gewerbe reaktiviert werden sollen neben Schacht ⅖ die ehemalige Bahnfläche zwischen Am Inzerfeld und Theodor-Heuss-Straße in Neumühl und das Güterbahnhof-Gelände Im Holtkamp in Obermarxloh. Gewerbe soll auch auf den Feldern vom Stalbergshof in Neumühl entstehen.