Vermeintlicher Duisburger Nazi am Pranger

Duisburg-Walsum.. Nach Nazi-Schmierereien an Schulen im Duisburger Norden wird auf einem Flugblatt vor einem vermeintlichen Neonazi in der Nachbarschaft gewarnt: Es enthält den Namen des Naziverdächtigen samt Anschrift und Foto.

Eine Weile hatten die Walsumer Ruhe vor Nazischmiereren. Jetzt sind die Hassparolen und NS-Parolen wieder aufgetaucht. Richtig groß und unübersehbar prangen Naziparolen an Wänden der Gesamtschule Walsum. Die Schule ist machtlos. Weil es keinen Zaun um das Schulgelände von Gesamtschule und Kopernikus-Gymnasium gibt, hat jeder Zutritt. Das lässt sich auch nicht ändern, denn öffentliche Wege führen über das Schulgelände. „Wir haben sofort Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, sagt Schulleiter Bruckwilder von der Gesamschule.

Bei der Polizei hat sich der Staatsschutz auf die Suche nach den Schmierern gemacht. Ob man sie schnappt, steht auf einem anderen Blatt, denn die Duisburger Polizei geht davon aus, dass es in Duisburg „keine organisierte Neonaziszene gibt“.

Warnung mit Namen

Aber auch rechtsradikale Einzeltäter sind manchen Walsumern zuviel. Die haben ihrer Abneigung gegen braunes Gedankengut auf ihre Art bekämpft und haben dabei die Methoden angewandt, die in den USA gegen Sexualstraftätter angewandt werden: Sie stellen die Nazis, bzw. die, die sich dafür halten, an den Pranger.

So tauchten in den letzten Tagen Flugblätter auf, die warnen: „Achtung - Neonazi in der Nachbarschaft“. Das Flugblatt enthält den Namen des Naziverdächtigen samt Anschrift und Foto und sagt, welche Schmierereien ihm und seiner Gruppe zugeschrieben werden: „Stirb, Türke, Stirb“ und „Ausländer müssen getötet werden.“

Unbekannte Gruppe

Die bisher unbekannten Flugblatthersteller, die sich AntifaschistInnen aus Duisburg nennen, stellen den ihrer Meinung nach Verantwortlichen so vor: „..ist den sog. Autonomen Nationalisten“ zuzuordnen. Bei dieser Gruppierung handelt es sich um einen äußerst gewaltbereiten Teil der hiesigen Neonaziszene. Erst im März beteiligte er sich an einer Demonstation der NPD in Marxloh. Mitten unter anderen gewaltbereiten Neonazis trug er dabei ein Wahlplakat mit der Parole „Heimreise statt Einreise.“

Die Flugbattautoren, die sich ihrer Sache sehr sicher zu sein scheinen, fordern die Nachbarn auf: „Lassen Sie nicht zu, dass er Ihren Stadtteil für faschistische Umtriebe missbraucht.“

 
 

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