Türken lieben die Stadt Duisburg

Sabine Merkelt-Rahm
Auch Musik gab es beim Neujahrsempfang von Moscheeverein und Begegnungsstättenverein in Marxloh.
Auch Musik gab es beim Neujahrsempfang von Moscheeverein und Begegnungsstättenverein in Marxloh.
Foto: WAZ-Fotopool
In diesem Jahr begrüßten Ismail Komsucuk, Necati Mert und Helga Maria Poll gemeinsam Nachbarn, Kooperationspartner, Landsleute und Ehrengäste zum traditionellen Neujahrsempfang in der Moschee an der Warbruckstraße und zogen in ihren Reden eine positive Bilanz.

Marxloh.  Auf den „gemeinsamen Weg der Vernunft und des Vertrauens“ hatte der erste Vorsitzende der Bildungs- und Begegnungsstätte Ismail Komsucuk beim Neujahrsemfang der Ditib Moschee in Marxloh gehofft. Das war zu Beginn des vergangenen Jahres, damals war der neue Vorstand der Moscheegemeinde mit Necati Mert an der Spitze gerade frisch gewählt.

Finanziell schwieriges Jahr

In diesem Jahr begrüßten Komsucuk, Mert und Helga Maria Poll gemeinsam Nachbarn, Kooperationspartner, Landsleute und Ehrengäste zum traditionellen Neujahrsempfang und zogen in ihren Reden eine positive Bilanz. Es klappe gut mit dem Vertrauen und der Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Begegnungsstätte. „Wir müssen in Frieden und Toleranz mit allen leben. Dieses Gebot vermitteln wir in unserer Gemeinde auch an unsere Jugendlichen“, sagte Necati Mert.

Ismail Komsucuk dankte allen amtlichen und ehrenamtlichen Kooperationspartnern, die über das Jahr die Arbeit der Begegnungsstätte unterstützt und gefördert haben.

Trotz der guten Zusammenarbeit war das vergangene Jahr für die Begegnungsstätte kein leichtes Jahr. „Wir haben zwei Jahre extremer Konsolidierung hinter uns. Aber wir sind darauf bedacht, dass die Qualität der Begegnungsstätte keinen Schaden nimmt, machen sie sich keine Sorgen“, sagte Helga Maria Poll als stellvertretende Vorsitzende. Dass die Begegnungsstätte mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte und hat, ist kein Geheimnis. Hinzu kommt eine personelle Veränderung. Bildungsreferentin Zehra Yilmaz ist seit Dezember nicht mehr in der Begegnungsstätte beschäftigt. „Wir haben daraufhin umstrukturieren müssen und ihre Aufgaben auf andere Mitarbeiter verteilt“, sagte Poll im Gespräch dazu.

Grußwort von OB Sören Link

OB Sören Link sprach in seinem Grußwort ausführlich über die Probleme, die Duisburg zurzeit mit den 600 Neu-Zuwanderern pro Monat hat, von denen die Hälfte Kinder sind. „Duisburg ist durch Zuwanderung stark geworden und Integration bleibt unsere Zukunftsaufgabe“, sagte er. Link nannte als Erfolg der Integrationspolitik, dass inzwischen 20 Prozent der Auszubildenden bei der Stadtverwaltung einen Migrationshintergrund hätten.

Für eine angenehme Überraschung sorgte der türkische Generalkonsul Alattin Temür, der sein Grußwort in diesem Jahr auf Deutsch hielt. Er machte 251 Jahre vielfältige diplomatische Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland geltend und sagte: „Diese Moschee stärkt das Zugehörigkeitsgefühl der Türken in Deutschland zu diesem Land mit seiner religiösen Toleranz. Sie ist nicht nur ein würdiger Ort der Religionsausübung, sondern auch ein Schmuckstück für Duisburg und damit ein Geschenk der Türken an ihre innig geliebte Stadt.“