Stadtwerke Duisburg kappten Wasserzufuhr wegen offener Rechnung

So einen Zähler hätten die Bewohner der Rainerstraße gerne wieder. Er wurde ausgebaut, seitdem sitzen sie auf dem Trockenen.
So einen Zähler hätten die Bewohner der Rainerstraße gerne wieder. Er wurde ausgebaut, seitdem sitzen sie auf dem Trockenen.
Foto: WAZ FotoPool
Wegen hoher Zahlungsrückstände drehten die Stadtwerke an der Rainerstraße das Wasser ab. Nun werden die Bewohner die Feiertage wohl ohne fließendes Wasser verbringen müssen. Die Stadtwerke haben allerdings veranlasst, dass ein Trinkwasserwagen vors Haus gestellt wird.

Duisburg-Bruckhausen. Dieses Wochenende und das Weihnachtsfest werden die Bewohner des Hauses Rainerstraße 21 in Bruckhausen so schnell nicht vergessen: Die Wasseruhr wurde am Donnerstag, 20. Dezember, wegen hoher Zahlungsrückstände ausgebaut. Damit gibt es nun kein fließendes Wasser mehr. Immerhin: Die Stadtwerke haben veranlasst, dass ein Trinkwasserwagen vors Haus gestellt wird.

Die Schulden bei den Stadtwerken sollten in die Tausende gehen. Über viele Jahre seien die Rechnungen nicht beglichen worden. Deshalb haben die Stadtwerke 2011 schon das Wasser abgedreht. Aber: Der Hahn sei unerlaubt wieder geöffnet worden, sagte Stadtwerke-Sprecher Helmut Schoofs am Freitagabend auf Anfrage der Redaktion. Deshalb habe man nun handeln müssen. Wasserdiebstahl sei schließlich eine Straftat.

Besitzer will "Altlasten" nicht übernehmen

Das Haus gehört einer Eigentümergemeinschaft, die von der Nürnberger ICF (Immo Capital Finanz) verwaltet wird. Deren Geschäftsführer Fritz Völkert bestätigte, dass es Rückstände gebe, er berichtet allerdings, dass sie aus Zeiten stammten, als das Mehrfamilien- und Geschäftshaus andere Eigentümer hatte. Die neuen Besitzer indes wollten die „Altlasten“ nicht übernehmen.

Um seinen Mietern zu helfen, wolle er die Wasseruhr auf seinen Namen anmelden, komme mit den Stadtwerken aber nicht klar: „Ich versuche seit anderthalb Tagen, eine Lösung zu finden“, sagte er.

Mieter machen sich Sorgen

Aber: Entweder wimmele man ihn ab oder komme seiner Bitte auf Rückruf nicht nach: „Die Stadtwerke Duisburg verhalten sich mehr als schofel.“

Die Mieter wissen nicht, wie sie die nächsten Tage über die Runden kommen sollen, wenn die Stadtwerke nicht doch noch einlenkten. Einer von ihnen ist Ralf Ringleb. Er ist gehbehindert, hat keine Idee, wie er sich nun versorgen soll.