Stadtteilschule für Zuwanderer in Duisburg-Marxloh geplant

Die Herbert-Grillo-Gesamtschule in Marxloh.
Die Herbert-Grillo-Gesamtschule in Marxloh.
Foto: Michael Korte
Per Dringlichkeitsbeschluss haben OBSören Link (SPD) und CDU-Ratsherr Volker Mosblech den Grundstein für den Ausbau der Grillo-Gesamtschule gelegt.

Marxloh.  Per Dringlichkeitsbeschluss an Stelle des Rates der Stadt haben Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und der CDU-Ratsherr Volker Mosblech, MdB, jetzt planerisch den Grundstein für den Ausbau der Herbert-Grillo-Gesamtschule zur so genannten Stadtteilschule gelegt. Sie meldeten die Sanierung bestimmter Gebäudeteile zur Förderung durch das Stadterneuerungsprogramm Step der Bundesregierung an. Die Kosten werden auf 4,8 Millionen Euro geschätzt. Davon würde der Bund 4,3 Millionen Euro übernehmen.

Soziale Förderprojekte

Durch den starken Zustrom von Zuwanderern aus Südosteuropa drohen die jahrelangen Bemühungen zu scheitern, Marxloh mit Hilfe von Förderprojekten sozial zu stabilisieren. Marxloh laufe wieder Gefahr, zum Stadtteil der Armut und der Ausgrenzung zu werden. Mittlerweile sind rund 3000 von 19 000 Einwohnern des Ortsteils schon solche Zuwanderer. Überhaupt gilt die soziale Lage als prekär – wir berichteten. Denn dort stoßen viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Menschen, die von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe leben, ein hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen und Armut aufeinander.

Dadurch, dass sich in Marxloh preiswerter, teilweise heruntergekommener Wohnraum befindet, erwartet die Stadtverwaltung, dass sich künftig auch viele der heute in der Stadt ankommenden Asylbewerber dort wiederfinden werden, sobald sie aus ihren Sammelunterkünften ausziehen müssen.

Den Kindern all dieser Menschen bestmögliche Bildungschancen zu bieten, um ihre Perspektiven auf ein Leben jenseits von Armut und Ausgrenzung zu verbessern, das ist das Ziel der Stadtverwaltung. Einen entscheidenden Beitrag dazu muss die Gesamtschule im Stadtteil leisten. Von ihren 618 Schülern im Jahre 2011 hatten 83,5 Prozent Zuwanderungsgeschichte.

Damit die Schule diesen Beitrag leisten kann, sollen einerseits ihr Verwaltungsgebäude, das Gebäude mit den Klassenräumen und die Sporthalle weitgehend saniert und barrierefrei umgebaut werden. Die Kosten dafür beziffert die Stadtverwaltung auf 4,8 Millionen Euro. Andererseits soll sie zur zentralen Anlaufstelle für die Menschen weiterentwickelt werden, indem hier auch Angebote wie Sprachkurse für Zuwanderer, weitere Angebote der Erwachsenenbildung und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gemacht werden.

Pläne liegen bereit

Diese Entwicklungsziele können durch das Förderprogramm Soziale Stadt unterstützt werden. Vorgesehen sind ein neuer Gebäudetrakt für die entsprechenden Veranstaltungen und eine Verbesserung der Freizeitanlagen. Sie müssen erst geplant werden und können frühestens ab 2019 verwirklicht werden. Anders dagegen die Sanierung der vorhandenen Gebäude. Dafür liegen offenbar fertige Pläne in der Schublade. Sie können sofort umgesetzt werden, wenn aus dem Förderprogramm Step die nötigen Gelder fließen. Dafür stellten der OB und Volker Mosblech schon im November die Weichen. In der Bezirksvertretung meldete sich dazu nur Ratsherr Manfred Slykers (SPD) zu Wort: „Man kann nur hoffen, dass das mit der Förderung klappt“, erklärte er.

 
 

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