Spielhallen und Sex-Shops von Duisburger Hochzeitsmeile verbannt

Martin Kleinwächter
Nicht überall willkommen: Spielhallen können eine städtebauliche Abwärtsentwicklung in der Umgebung auslösen.
Nicht überall willkommen: Spielhallen können eine städtebauliche Abwärtsentwicklung in der Umgebung auslösen.
Foto: Tim Schulz/WAZ FotoPool
Auch dank des boomenden Geschäfts rund ums Heiraten hat sich Duisburg-Hamborn zum Anziehungspunkt für auswärtige Besucher gemausert. Dadurch fließt viel Geld in die Stadt. Um diese Tendenz nicht zu beeinträchtigen, schiebt die Stadt einer Verbreitung von Spielhallen und Sex-Shops einen Riegel vor.

Duisburg. Mit einem neuen Bebauungsplan soll weiteren Vergnügungsstätten an der Weseler Straße künftig ein Riegel vorgeschoben werden, Wettbüros, Sex-Shops und Spielhallen nämlich. Von außen sind sie meist dadurch gekennzeichnet, dass sie Schaufenster bieten, in denen nichts mehr zu sehen ist. Zugeklebt.

Noch störender aber ist ihr Nachtleben: laut sich unterhaltende Menschen, zuschlagende Autotüren, quietschende Reifen, aufheulende Motoren. All das macht das Wohnen über solchen Ladenlokalen schwer erträglich. Und weil das aus Sicht der Stadt im Zentrum von Marxloh, an der Weseler Straße, zum Problem werden könnte, steuert sie jetzt gegen.

Gefährliche Abwärtsspirale

Marxloh hat sich in den letzten Jahren zum Umsatzbringer im Einzelhandel, zur Hochburg für Brautmoden, entwickelt. Brautpaare kommen von weit her, um sich hier für den „schönsten Tag im Leben“ einzukleiden. Diese erfreuliche Entwicklung soll auf keinen Fall dadurch getrübt werden, dass sich immer mehr Ladenlokale mit „einarmigen Banditen“ in der Brautmoden-Meile niederlassen. Schließlich verdrängen sie auf Dauer andere Betriebe, Cafés zum Beispiel, die für die Verschnaufpause der Brautleute beim Einkaufsbummel bedeutsam sind.

Die Erfahrung anderenorts lehrt, dass sich die Wohnungen über Spielhallen auf Dauer schwieriger oder nur noch billig vermieten lassen, auf Dauer gar leer stehen, dass in die Häuser folglich nicht mehr investiert wird, also eine Abwärtsspirale einsetzt. In Beeck etwa, wo keine Brautmodenmeile dem entgegenwirkt, haben die Stadtplaner diese Entwicklung längst ausgemacht.

Geld von außerhalb

In einem Bereich beiderseits der Weseler Straße, der sich von der Vorholtstraße und der Schmelzerstraße im Norden bis zur Wolfstraße/Ottostraße im Süden erstreckt, soll künftig Schluss damit sein. Seitlich begrenzt ist der Bereich durch die Parallelstraßen Vereinsstraße/Dahlstraße bzw. Sibyllenstraße/Mittelstraße. Dazwischen sollen solche Vergnügungsstätten gar nicht oder nur noch „ausnahmsweise“ zugelassen werden - und das heißt faktisch, auf Jahre hinaus, nicht mehr, da es bereits ein Überangebot daran gibt. Allein nördlich vom Pollmanneck haben die Stadtplaner schon sechs solcher Anbieter ausgemacht.

Schließlich hat sich die Stadt erst 2010 entschieden, den Bereich Hamborn/Marxloh als zweites Hauptzentrum auszuweisen. Dank Ikea und eben den Brautmoden ist dieser Teil Duisburgs überregional als Einkaufsort gefragt und das zieht viel Geld von außerhalb in die finanziell gebeutelte Stadt.