SPD-Ratsherr will Fahrverbot für laute Züge erreichen

Am Donnerstag, 16. Januar, überreichten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm in Obermeiderich 580 Protestunterschriften an Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann (r.)
Am Donnerstag, 16. Januar, überreichten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm in Obermeiderich 580 Protestunterschriften an Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann (r.)
Foto: WAZ-Fotopool
580 Protestunterschriften gegen die immer lauter werdenden Güterzüge in Obermeiderich wurden jetzt Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann übergeben. Sie will sie an Duisburger Abgeordnete in Landtag und Bundestag weiterleiten. Ratsherr Bruno Sagurna, selbst Bahn-Mitarbeiter, will das direkte Gespräch mit der Bahn-Spitze suchen.

Meiderich/Beeck..  SPD-Ratsherr Bruno Sagurna, selbst Mitarbeiter der Deutschen Bahn, ist zuversichtlich, durch Gespräche mit der Bahn-Führung vielleicht noch in diesem Jahr laute Güterzüge von der Strecke Baerl - Beeckerwerth - Beeck - Meiderich - Oberhausen-West verbannen zu können. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs anlässlich der Übergabe von 680 Protestunterschriften am Donnerstag gegen den Bahnlärm. Die hatte Parteifreund und Bezirksvertreter Heinz Wiesner hauptsächlich in Obermeiderich gesammelt. Sie wurden Bezirksbürgermeisterin Daniela Stürmann (SPD) übergeben.

Als Entlastungsstrecke genutzt

2013 entzündete sich gleich an zwei Stellen entlang dieser Bahnstrecke Protest gegen den Lärm. In Beeckerwerth hatte die Bahn schon Ende 2012 das zweite Gleis wieder in Betrieb genommen. Seitdem werden vermehrt Gü­terzüge von der Hauptverbindung Rheinhausen - Hochfeld - Oberhausen dort hergeleitet. Sie passieren Beeckerwerth mit bis zu 100 km/h. Als Folge davon gibt es auch in Obermeiderich, vor allem in der Welschenhof-Siedlung, Proteste.

„Jetzt reicht es!“, heißt es über den Protestunterschriften. Auch dort beklagt man einen als unerträglich empfundenen Anstieg des Lärms durch die erhöhte Zahl schnell fahrender Güterzüge. Die Unterzeichner fordern: „Sofortige Einführung ei­nes Geschwindigkeitslimits innerhalb von geschlossenen Ortschaften“, „Bau von Schallschutzmaßnahmen“ und „Verlegung der Signalanlagen.“ So ein Signal hat Angelika Niersmann vor ihrer Tür. „Die lauten Dieselloks stehen mit laufenden Motoren bei uns vor dem Signal“, klagt sie. Nachbarin Sylvia Freek klagt: „Wenn ich mich im Garten nicht mehr ungestört unterhalten kann, ist das nicht in Ordnung.“

Proteste gibt es auch in Beeckerwerth

Sie stießen bei der Bezirksbürgermeisterin auf volles Verständnis. „Wenn der Schlaf gestört ist, reden wir von einer Gesundheitsbeeinträchtigung“, erklärte sie. Stürmann will die Unterschriften an OB Sören Link sowie an die Duisburger Landtags- und Bundestagsabgeordneten weiterleiten. Schon 2013 gab es rund 300 Protestunterschriften aus Beeckerwerth.

„Wir haben das Problem erkannt“, erklärte Bruno Sagurna den Bürgern. Er verwies auf den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung in Berlin. Darin steht, dass der Schienenlärm bis 2020 halbiert werden soll. Ein Mittel dazu sollen Fahrverbote für Züge mit lauten Wagen sein. Sagurna will jetzt das Gespräch mit dem DB-Konzernbeauftragten für NRW und mit Bahnchef Rüdiger Grube suchen.

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