Sevban Eren ist bester Azubi der Duisburger Werkkiste

Sevban Eren, Auszubildender in der Duisburger Werkkiste (mitte), mit Norbert Geier (links, Geschäftsführer der Werkiste) und Udo Müller (Bundesagentur für Arbeit).
Sevban Eren, Auszubildender in der Duisburger Werkkiste (mitte), mit Norbert Geier (links, Geschäftsführer der Werkiste) und Udo Müller (Bundesagentur für Arbeit).
Foto: WAZ FotoPool

Marxloh..  Sevban Eren war ein Schläger. Immer aggressiv, stets bereit, seine Fäuste sprechen zu lassen. Ein falscher Blick, ein dummer Spruch – es brauchte in diesen Zeiten nicht viel, ihn in Rage zu bringen. Das war einmal. Diesen Sevban Eren gibt es nicht mehr. „Ich bin jetzt ein anderer. Ich bin auf der richtigen Spur“, sagt der 20-Jährige aus Walsum heute. Er hat sich vom Schläger zum Super-Azubi gewandelt und wurde von der Agentur für Arbeit als einer der beiden besten Auszubildenden zur Verkaufskraft in NRW geehrt.

Unterstützung der Werkkiste

Auf die richtige Spur ist der gebürtige Dinslakener allerdings nicht ganz alleine gekommen. Es bedurfte der Hilfe der Duisburger Werkkiste und der Agentur für Arbeit. Zusammen begleiteten sie den jungen Mann mit Lernbehinderung vom Hauptschulabschluss an der Förderschule über eine Berufsvorbereitung bis hin zur Ausbildung zur Verkaufskraft. Diese hat er jetzt abgeschlossen. Am Ziel seiner Wünsche ist Eren aber noch nicht. „Im kommenden Jahr will ich noch die Ausbildung zum Verkäufer draufpacken“, sagt er ehrgeizig.

Zwei Mal in der Woche arbeitet er bei Netto in Marxloh, einen Tag ist er in der Werkkiste und erhält Tipps. Die übrigen Tage geht er zur Berufsschule. Der volle Terminkalender gefällt ihm. Auf dumme Gedanken komme er so nicht mehr.

„Wir waren früher echte Ghetto-Typen“

Heute wehrt er sich mit Worten, nicht mehr mit Fäusten, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. „Meine Freunde und ich waren früher echte Ghetto-Typen“, sagt er. „Wir dachten, die Welt gehört uns.“

Jetzt hat er einen anderen Freundeskreis und eine feste Freundin. „Ich bin nur von Menschen umgeben, die auch was leisten wollen. Alle sind in der Ausbildung. Das tut mir gut.“

Wo sieht er sich in ein paar Jahren? „Ich wäre gerne Filialleiter“, grinst er und ergänzt: „Aber eins nach dem anderen.“

 
 

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