Selbst in der Rheinaue Walsum sind Hasen selten geworden

Ein Feldhase – diese Tierart ist sehr scheu und nur noch selten in Duisburg zu sehen.
Ein Feldhase – diese Tierart ist sehr scheu und nur noch selten in Duisburg zu sehen.
Foto: dpa
In diesem Teil unserer Serie über Wildtiere in der Stadt geht es um die Feldhasen. Sie sind sehr scheu. Am ehesten entdeckt man sie in der Dämmerung.

Walsum/Hamborn/Meiderich..  Derzeit sieht man sie ausgesprochen häufig, allerdings meist als süße Nascherei in bedruckten Stanniolpapier im Verkaufsregal der Supermärkte. So nennen sie sich Osterhasen. Echte Hasen indes muss man in Duisburg inzwischen suchen: „Die Tiere sind sehr scheu“, sagt Jochem Abels, Mitarbeiter der Unteren Jagd- und Fischereibehörde bei der Stadt Duisburg. Wenn man hierzulande von Hasen spricht, dann ist dieser gemeint: Der Feldhase.

Wie der Name schon verrät, hält er sich gerne auf Feldern auf – und davon gibt es in der Stadt der Schwerindustrie nicht mehr allzu viele. Immerhin: Auch mit Wiesen gibt er sich zufrieden, sofern sie groß genug sind und hohes Gras als Versteck bieten. Davon gibt es noch so einige, etwa in den Rheinauen und in den Parks. Deshalb besteht doch gelegentlich die Chance, mal einen zu Gesicht zu bekommen.

„Früher“, erinnert sich Jochem Abel, „wurden Feldhasen in der Rheinaue bejagt“. Da die Bestände aber stark rückgängig sind, legt dort schon lange kein Jäger mehr auf die Langohren an. Im ganzen Stadtgebiet werden pro Jahr gerade mal 240 dieser Tiere erlegt. Zum Vergleich: Allein auf Friedhöfen wurden vergangenes Jahr fast 1900 Kaninchen geschossen.

Dass die Zahl der Hasen abnimmt, liege vor allem an der Umweltbelastung, sagt der Fachmann. Schwermetalle machten ihnen das Leben schwer, ebenso Pestizide. Beide senken die Lebenserwartung nicht unerheblich.

Krähen schnappen Jungtiere

Da Hasen bekanntermaßen ängstlich sind, bevorzugen sie Lebensräume, in denen sie sich schnell verstecken können, wenn sie das Gefühl haben, dass Gefahr droht. Etwa durch Raubvögel. Dann hilft den Angsthasen nämlich nicht einmal das immense Tempo, das sie kurzfristig vorlegen können: Mit bis zu 70 Stundenkilometern flüchten sie, sind aber trotzdem nicht schnell genug für Greifvögel. „Junge Hasen“, berichtet der Tierexperte weiter, „werden sogar von Krähen gejagt“.

Im heimischen Garten wird man einen echten Feldhasen kaum antreffen, „dazu sind sie viel zu selten“, sagt Jochem Abel. Und wenn, keine Sorge: Auf das angebaute Gemüse haben sie es nicht angesehen.

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