Schüler-Sicherheit als freiwillige Leistung? Es lebe der Sozialstaat!

Christian Balke
Foto: Michael Holtschulte
Die Frau eines pensionierten Schulhausmeisters hatte sich in Anbetracht von Schnee und Eisplatten kurzentschlossen Schaufel und Streusalz geschnappt und an einem Morgen spontan geräumt.

Duisburg-Walsum. Wenn im Bericht „Schulfach Schlitteln“ über die Zustände auf dem Schulhof der Grundschule Vennbruchstraße geschrieben stand, der Schulhof sei nach dem Wintereinbruch nicht gereinigt worden, dann stimmt das nicht ganz.

Denn die Frau eines pensionierten Schulhausmeisters, von der die Kinder der Vennbruchschule bereits seit Wochen freiwillig mit Schulmilch versorgt werden, hatte sich in Anbetracht von Schnee und Eisplatten kurzentschlossen Schaufel und Streusalz geschnappt und an einem Morgen spontan geräumt.

Sicherung der Verkehrswegepflicht als freiwillige Leistung – es lebe der Sozialstaat!

„Herrje, wir sind als Kinder auch auf dem Schulhof geschlittelt. Warum der ganze Medien-Aufstand?“ mag man jetzt fragen. Fakt ist, dass die Zustände an denjenigen Schulen, die sich einen Hausmeister teilen, seit Jahren nicht nur vom hier schreibenden Redakteur oder den betroffenen Eltern und Schulpflegschaften massiv kritisiert werden.

Wenn ein als Klasse-Pädagoge bekannter Schulleiter an die Stadt schreibt, er sorge sich sehr um die Sicherheit der Kinder, ordnungsgemäßen Unterrichts-Ablauf und den Werterhalt der Schulimmobilie, dann muss dies hellhörig machen.

Den Zustand des Lehrer-Parkplatzes an der Vennbruchstraße ließ der Rektor sogar außen vor. Wer dort am Donnerstag parkte, riskierte, sich die Knochen zu brechen.

Es war Wahlkampfversprechen des OB Sören Link, die beschriebenen Zustände abzustellen. Den Willen sollte man ihm nicht absprechen. Für eine Lösung müssen jedoch die „Fürsten“ der städtischen Tochtergesellschaften mitspielen.