Schüler in Duisburg-Neumühl gut vorbereitet in den Beruf

Christian Balke
Schüler der neunten Klasse der Gesamtschule Emschertal in Duisburg Neumühl durchliefen einen Berufeparcours Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Schüler der neunten Klasse der Gesamtschule Emschertal in Duisburg Neumühl durchliefen einen Berufeparcours Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
In Neumühls großer Gesamtschule bereitet man die jungen Leute bereits ab der achten Klasse mit Praktika auf die Berufswahl vor. Weiter geht es dann im neunten Schuljahr mit der Berufsorientierungswoche, die gerade läuft

Neumühl.  Neuntklässlerin Cecilia ist blond, hübsch und eine adrette Erscheinung. Trotzdem packt sie an diesem Montag in der Sporthalle der Gesamtschule Emschertal ganz beherzt zu, als es einmal rund um den Berufsparcours geht: Der Schnitt des Metallrohrs mit der Eisensäge verläuft schnurgerade, ruckzuck sind die Metallgrate mit der Feile entschärft – Beratungslehrerin Andrea Kache nickt zufrieden.

Besser hätten es die Jungs aus der neunten Klasse, die ebenso wie Cecilia an der Berufsorientierungswoche teilnehmen, auch nicht hingekriegt.

Im Ruhrgebiet war die Berufswahl für Jugendliche an der Schwelle zum Schulabschluss noch bis in die 1980’er Jahre eine eintönige Angelegenheit: Wenn der Vater Stahlwerker war, wurde der Sohn auch Stahlwerker. Wenn der Vater Bergmann war, lernte der Sohn im Bergwerk – die Laufbahnen waren für viele Jugendliche vorgezeichnet. Das öffnete Chancen, schränkte aber auch ein.

Heute ist das anders, da sind sich Urich Käser, Geschäftsführer der Duisburger Agentur für Arbeit, Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes und Dirk Beger, stellv. Schulleiter der Gesamtschule Emschertal, einig.

Die Arbeitswelt ist komplexer geworden, damit einher gehend die Anforderungen, die an junge Menschen gestellt werden. In Neumühls großer Gesamtschule bereitet man die jungen Leute bereits ab der achten Klasse mit Praktika auf die Berufswahl vor. Weiter geht es dann im neunten Schuljahr mit der Berufsorientierungswoche, die gerade läuft – unterstützt von Unternehmerverband und Arbeitsagentur.

„Ich denke auf jeden Fall, dass sich das Projekt bewährt hat“, sagt Beger, der sich gemeinsam mit Schmitz und Käser freut, dass sich erneut zahlreiche Unternehmen aus dem Neumühler Gewerbegebiet gefunden haben, die den Schülern einen vertieften Blick hinter die Kulissen der Arbeitswelt ermöglichen: „Wir beginnen hier so früh mit der Berufsorientierung, damit wir noch ganz gezielt daran arbeiten können, den Jugendlichen bestimmte Qualifikationen zu vermitteln, die sie in ihrem künftigen Job brauchen“, sagt Beger.

„Ein absolut vorzeigbares Projekt“, sagt Wolfgang Schmitz, sei in Neumühl entstanden: „Toll, zu sehen, dass wir daran mitwirken können, eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaftsleben zu bauen.“

Ulrich Käser glaubt, dass es bei dem Projekt nur Gewinner gibt: „Sogenannte ,win-win-Situationen’ sind selten. Aber dies hier ist zweifellos eine.“