Schüler bringen Schulgarten in Ordnung

Foto: WAZ

Duisburg-Neumühl.. Kaum sind die Ferien vorbei, da wird wieder die Schulbank gedrückt. Die Klasse 7c der Gesamtschule Emschertal in Neumühl blieb davon allerdings verschont, gefaulenzt wurde aber trotzdem nicht.

Denn die Schüler nahmen an einem Gartenbauprojekt teil und legten sich dabei drei Tage lang ordentlich ins Zeug. Ihre Mission: Den verwahrlosten Schulgarten umgestalten.

„Am Anfang gingen bei den Schülern schon einige Kinnladen herunter“, sagte Klassenlehrerin Katrin Winkelhoch, die mit ihrem Kollegen und Projektinitiator Markus Reimers den Gartenumbau betreut. Viel Überzeugungsarbeit war nötig, doch es lockte eine Belohnung: Am Ende sollte es Pizza für alle geben. Und zu Beginn befreite ein Bagger das überwucherte Gelände von Brombeersträuchern – neben Lehrer Reimers durften auch die Kids mal hinters Steuer, das kam gut an.

Zwei Tage später ist schon viel geschafft, gleich fünf kleine Baustellen gibt’s im Schulgarten, zahlreiche Spaten stecken in der Erde und gestapelte Holzlatten werden nach und nach verbaut. Schüler füllen Kieselsteine in Eimer und Schubkarren und bringen das Material zu Gabionen, die allmählich gefüllt werden und so an ein kleines Amphitheater erinnern. Hier entsteht ein Open-Air-Klassenzimmer mit Sonnensegel. Zwei große Blumenbeete sind daneben bereits angelegt. Reges Treiben herrscht auch beim Gartenhäuschen. Aus dessen Dach lugt ein Junge heraus, der auf einer Leiter steht und Dachlatten mit einem Akku-Schrauber befestigt. Unter ihm pinseln sechs Mädels eine wasserfeste Glasur auf die Außenwände, ab und an necken sie sich gegenseitig, sie lachen viel. Auch Schulleiter Christoph Hönig ist mit anderen Kollegen dabei, hilft tatkräftig mit, und plaudert mit den Jugendlichen.

Schüler können stolz auf sich sein

„Uns gefällt es hier sehr gut“, sagen die 13-jährigen Mädchen Rebekka und Katharina. Es sei anfangs zwar eine Umgewöhnung gewesen, aber unter freiem Himmel körperlich zu arbeiten mache ihnen Spaß, vor allem das Streichen. Völlig anders bewerten jedoch zwei Mitschüler das Projekt. „Wir dürfen hier die Drecksarbeit machen und die anderen pinseln ein bisschen“, sagt Jean-Pierre, die Spitzhacke in der Hand. „Das ist schlimmer als Unterricht“, ergänzt sein Klassenkamerad Marvin. Die beiden hätten gerne ein paar Tage frei, „bis der Muskelkater weggeht“, doch daraus wird nichts, denn heute schreiben sie eine Klassenarbeit.

„Das Projekt sorgt nicht bei allem für Jubel“, sagt Reimers. „Aber die Bienen sind schuld“, lacht er. Diese waren bislang nämlich im verwilderten Garten in einer Blechhütte untergebracht. Als Leiter der Bienen-AG wollte Reimer das ändern – sie sollen ins neue Gartenhäuschen ziehen. Da nahm er sich gleich den ganzen Garten vor. „Ich bin sehr zufrieden, die Schüler können stolz auf sich sein.“ Bis alles komplett fertig ist, wird es jedoch bereits Sommer sein. „Ohne die Unterstützung der Rüttgers-Stiftung“, die Geld für Material spendete, „wäre das alles so nicht möglich gewesen.“ Den Einsatz der Klasse findet er toll, er und seine Kollegen hoffen jedoch, dass das Gartenbauprojekt auch bei der Berufsorientierung hilft.

 
 

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