Schotterpiste in Duisburg soll Gusko-Weg heißen

Dieser Schotterweg soll künftig den Namen Hans-Georg
Dieser Schotterweg soll künftig den Namen Hans-Georg
Foto: Funke Foto Services
Walsumer Politik stimmte dem SPD-Antrag mehrheitlich zu. Die Christdemokraten halten es für „politischen Unfug“, sich mit solchen Themen abzugeben.

Wehofen.. Mehrheitlich (mit den Stimmen von SPD, Linken, Franz Tews/parteilos und NPD) hat die Bezirksvertretung Walsum entschieden: Der Schotterweg, der parallel zur Mühlbachstraße verläuft, soll künftig den Namen „Hans-Georg-Gusko-Weg“ tragen. Die CDU stimmte geschlossen dagegen.

Es war eine Entscheidung, die erst nach langer Erörterung und teils ironischer, teils sarkastischer Diskussion getroffen wurde. Hans-Georg Gusko, führte die SPD aus, die den Antrag gestellt hatte, sei ein verdienter Sozialdemokrat. „Er hatte sich in seiner Amtszeit als Kommunalpolitiker schon sehr früh vorgenommen, den Güllebach zu begraben“, so die Begründung.

Schon im vergangenen Januar sollte die Weg-Benennung vom Bezirksparlament abgesegnet werden. Damals zog die SPD den Antrag zurück. Es gebe neue Erkenntnisse, ließ Uwe Scharnberg, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, das Gremium wissen. Scharnberg hatte damals gegenüber unserer Redaktion erklärt: „Ich kann mit dem Namen auch nicht viel anfangen und will erstmal wissen, ob die Angelegenheit sauber geprüft ist.“

Gassi-Strecke

Die Prüfung ist nach knapp vier Monaten abgeschlossen. Gusko habe „nach ungefähr 25 Jahren“ durch „seinen persönlichen Einsatz vollbracht, dass dieser Mühlbach unterirdisch in einen Abwasserkanal weitergeleitet wurde“, heißt es im Antrag. Das sei Quatsch, kommentierte CDU-Ratsherr Elmar Klein. Die Emschergenossenschaft treffe solche Entscheidungen nach eigenen Kriterien.

CDU-Sprecher Sebastian Geßmann zeigte sich „überrascht, dass der Antrag wieder vorliegt“. Er hielt fest: Recherchen hätten ergeben, dass niemand in Walsum einen Herrn Gusko kenne. Er habe mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Helmut Schorsch, gesprochen. Und der müsste ihn ja kennen. Auch ihm sage der Name nichts. Weitere Nachforschungen hätten ergeben: Der 1999 in Hamborn verstorbene Gusko sei ein Röttgersbacher gewesen. Habe zu Walsum also gar keine Beziehungen gehabt. Im übrigen sei es politischer Unfug sich mit solchen Themen abzugeben. Es gebe wahrlich Wichtigeres im Ortsteil.

Der etwa 1000 Meter lange Schotterweg verläuft zwischen Wiesen und Bäumen, dient vielen Hundehaltern als Gassi-Strecke.

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