Schmierer beschädigt Graffiti-Kunst

Das Bergmanns-Graffiti vor dem Finanzamt Hamborn in Duisburg erneut beschädigt.Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Das Bergmanns-Graffiti vor dem Finanzamt Hamborn in Duisburg erneut beschädigt.Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Redaktion am Lesertelefon: Das Bergmanns-Graffiti des Spraykünstlers Marten Dalimot in Hamborn wurde wieder beschädigt. Künstler sieht es gelassen.

Hamborn.. Traurig und auch ein wenig wütend, klang der Anwohner der Hamborner Hufstraße am Redaktions-Telefon: „Da hat wieder irgendjemand das schöne Bergmannsbild am Finanzamt verunstaltet“, sagte der Leser dieser Zeitung, „ich kann das nicht verstehen, dass jemand sich ausgerechnet an den Dingen stört, die unser Umfeld verschönern und unser Leben bereichern. Hoffentlich schnappt man den Täter!“

Ein noch unbekannter Täter machte sich mutmaßlich am vergangenen Wochenende – Anwohner vermuteten gegenüber der Redaktion die Nacht von Samstag, 19. November, auf Sonntag, 20. November – mit einer Sprayflasche am Kunstwerk des Graffiti-Künstlers Marten Dalimot zu schaffen.

Dem abgebildeten Bergmann wurde eine Zigarette oder ein Joint verpasst, der sich allerdings so gar nicht in das beliebte und vielbeachtete Bild des überregional bekannten Meidericher Streetart-Künstlers einfügen will.

Der nahm die Nachricht darüber, dass sein Werk erneut beschädigt wurde, recht locker auf: „Das kann man wieder reparieren, ist gar kein großes Problem.“ Er werde jetzt warten, bis sich sein früherer Auftraggeber, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLG NRW), bei ihm meldet.

Dem Landesbetrieb gehört das Gebäude des Finanzamts Duisburg-Hamborn, an dessen Außenmauer Dalimot und sein Künstlerkollege Michael Verhoeven das überlebensgroße Antlitz des Grubenarbeits verewigt haben. Flankiert von einer bunten Darstellung des Hamborner Rathauses.

Nicht das erste Mal, dass sich jemand an dem Kunstwerk zu schaffen macht: Im Sommer diesen Jahres schlug ein Rentner dem Bergmann aus Dalibots Sprayflaschen mit seinem Spazierstock die rußgeschwärzten Augen aus. Der alte Herr wurde dabei allerdings von Zeugen beobachtet und wenig später für die bizarr wirkende Tat zur Verantwortung gezogen (wir berichteten).

Daraufhin beauftrage des Landesbetrieb den 35-jährigen Künstler, der einst das Walsumer Kopernikus-Gymnasium besuchte, mit der Reparatur des Bildes. Die erfolgte im August diesen Jahres, sehr zur Freude der Mitarbeiter von Finanzamt und Landes-Liegenschaftsbetrieb.

„Ich war damals auch dabei, als das reparierte Bild der Öffentlichkeit vorgestellt wurde“, sagte Liane Gerardi, Sprecherin des BLG-NRW in Duisburg, im Gespräch mit der Redaktion, „und ich fände es echt schade, wenn das Bild jetzt wieder beschädigt sein sollte.“ Hausintern werde man erst mal das weitere Vorgehen besprechen.

Dass es auch anderswo Menschen gibt, die Graffiti-Kunst nicht zu schätzen wissen, zeigte sich jetzt in Rheinhausen: Da beschmierten Unbekannte Dalimots jüngstes Werk in einer Unterführung.

 
 

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