Schalom Walsum

Gregor Herberhold
Hier soll der Schalom-Platz entstehen. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
Hier soll der Schalom-Platz entstehen. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
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Zum Gedenken an die Walsumer Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft soll ein Teil des Aldenrader Kometenplatzes im Januar in „Schalom-Platz“ umbenannt werden.

Der Grünen-Politiker Franz Tews hatte die Idee und setzte sich mit allen Parteien in der Bezirksvertretung Walsum in Verbindung. Es gelang ihm, alle Fraktionen zu überzeugen, so dass nun ein gemeinsamer Antrag an den Oberbürgermeister formuliert wurde.

Bereits Anfang 2011 soll die Fläche umbenannt werden, und zwar am 27. Januar, dem Auschwitz-Gedenktag.

Das Problem war, einen geeigneten Ort zu finden. Franz Tews, der auch Sprecher der Walsumer Initiative „Erinnern gegen Rechts“ ist, legt Wert darauf, dass es sich um einen Platz handelt, der tagtäglich von möglichst vielen Menschen besucht wird. Aber: Es sollte auch ein Ort sein, an dem niemand wohnt - damit keine teuren Anschriftenänderungen nötig werden.

Man verständigte sich einstimmig darauf, den teils baumbestandenen Parkplatz zwischen Dr. Hans-Böckler-Straße und dem Rathaus Walsum zu wählen. Dort steht auch die Barbara-Statue, die einst am Bergwerk Walsum die Kumpel begrüßte.

65 Jahre nach Ende der Nazi-Diktatur und des „unseligen Weltkrieges“ sei es an der Zeit, an die Terror-Opfer zu erinnern und ihnen zum Gedenken einen zentralen Ort zu widmen, beschreibt Franz Tews die Gründe für sein Engagement in dieser Sache.

In den vergangenen Jahren habe es „bemerkenswerte Recherchen und Aktionen seitens der Kirchen, Bürgerinitiativen und Schulen gegeben“, um „Licht in ein dunkles Kapitel der Walsumer Lokalgeschichte“ zu bringen. Eine Folge sei gewesen, dass 2005 Stolpersteine für deportierte und ermordete Juden und Zeugen Jehovas verlegt wurden.

Ferner seien die lange verdrängten Schicksals- und Leidensgeschichten der jüdischen Walsumer Familien eindrucksvoll der Öffentlichkeit in einer szenenhaften Aufführung präsentiert worden.

Mit der Platzbenennung soll dauerhaft die Erinnerung an die Opfer wachgehalten werden.