Sanierung der Decke im Neumühler Dom kostet 1,7 Mio. Euro

Die Kirchendach- und Deckensanierung der Herz-Jesu-Kirche in Duisburg Neumühl wird Ende dieses Jahres abgeschlosen. Im Bild v.l.: Lothar Hellmann (Stellv. Kirchenvorstand), Architekt Martin Hebgen und Johannes Brzyk (Kassenwart im Herz-Jesu-Kirchbauverein).
Die Kirchendach- und Deckensanierung der Herz-Jesu-Kirche in Duisburg Neumühl wird Ende dieses Jahres abgeschlosen. Im Bild v.l.: Lothar Hellmann (Stellv. Kirchenvorstand), Architekt Martin Hebgen und Johannes Brzyk (Kassenwart im Herz-Jesu-Kirchbauverein).
Foto: WAZ FotoPool
Wegen Einsturzgefahr der Decke des Schmidthorster Doms, wie die Herz-Jesu-Kirche in Duisburg-Neumühl im Volksmund genannt wird, war das Gotteshaus vor dreieinhalb Jahren Hals über Kopf geschlossen worden. Inzwischen laufen die Sanierungsarbeiten, die deutlich teurer sind als ursprünglich gedacht.

Neumühl.. Großes Aufatmen in Neumühl: Voraussichtlich wird die katholische Herz-Jesu-Kirche, im Volksmund auch Schmidthorster Dom genannt, Ende dieses Jahres soweit saniert sein, dass sie wieder uneingeschränkt genutzt werden kann. Schon im Sommer soll ein Großteil des Gerüstes im Gotteshaus abgebaut werden.

Bekanntlich wurde die Kirche 2010 Hals über Kopf geschlossen, weil Experten festgestellt hatten, dass die selbsttragende Gewölbedecke einsturzgefährdet sei. Ursprünglich glaubte die Gemeinde, das Problem schnell lösen zu können. Denn bei einer ersten Besichtigung des Dachstuhls und der Gewölbekonstruktion war festgestellt worden, dass Deckenaufhängungen fehlten. Die meinte man, einfach nur ergänzen zu müssen.

Selbsttragendes Gewölbe

Ein großer Irrtum, wie sich gut ein Jahr später herausstellte, als Architekt Martin Hebgen eingeschaltet wurde. Der Fachmann, der sich insbesondere mit denkmalgeschützten Bauwerken und Kirchen auskennt, stellte fest, dass der gesamte Dachstuhl marode ist und sehr aufwendig saniert und verstärkt werden muss. Zudem fand er heraus, dass Unmengen Schutt von früheren Arbeiten am Dach auf dem Gewölbe lagen. Insgesamt 15 Tonnen wog der Unrat, den Arbeiter per Hand einsammelten.

Um das selbsttragende Gewölbe, das aus Gips und Drahtgeflecht besteht, von unten begutachten zu können, musste die gesamte Kirche eingerüstet werden. Auf der Konstruktion wurde eine Zwischendecke gebaut, auf der sich die Arbeiter frei und sicher bewegen können. Rund 500 000 € kostet das Gerüst.

Herz Jesu übernimmt 200.000 Euro

Aus ursprünglich ein paar Hunderttausend Euro Reparaturkosten wurden schließlich 1,7 Millionen. Die bewilligte das Bistum Essen mit der Vorgabe, dass die Muttergemeinde St. Norbert sich mit knapp 400 000 und Herz Jesu mit 200 000 € beteiligt. St. Norbert konnte auf den Erlös eines Grundstückverkaufs zurückgreifen, Herz Jesu musste Spenden sammeln (was mit Hilfe des Kirchbauvereins gelang).

Inzwischen sind die morschen Dachbalken teils ersetzt, teils verstärkt worden, so dass nun mit der tatsächlichen Deckensanierung begonnen werden kann. Es gibt zahlreiche Haarrisse und kleinere Löcher, die es zu füllen gilt. Auf die Aufhängungen am Dachstuhl indes kann man ganz verzichten, wie Architekt Hebgen erläutert: „Die waren ausschließlich in der Bauphase nötig. Daran wurden die Drahtmatten befestigt, die dann mit Gips bearbeitet wurden.“

Statiker kontrolliert nach Abschluss der Reparaturen

Sobald der Gips ausgehärtet war, war die Deckenkonstruktion selbsttragend. Ein Statiker wird die Decke nach Abschluss der Reparaturen überprüfen. Dazu werden punktuell Gewichte aufs Gewölbe gelegt und die dadurch verursachten Absenkungen per Laser kontrolliert.

Sofern die Gemeinde genug Geld zusammenbringt, will sie auch noch die Bitumenschindeln gegen Schiefer austauschen. Dafür werden weitere 200 000 € benötigt.

 
 

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