Ruhrorter erleben ein Stück Indien

Esther Merkelt
Indischer Abend mit Dinnerchurch in Ruhrort.
Indischer Abend mit Dinnerchurch in Ruhrort.
Foto: Michael Dahlke

Ruhrort.  Zimtduftkerzen auf dem Tisch, orientalisch gemusterte Schals an den Wänden und ein verheißungsvoller Essensduft in der Luft. Der Saal ist bis auf den letzten Platz belegt und bunt zusammengewürfelt quatschen die Gäste in gemütlicher Runde miteinander.

Diese heimelige Atmosphäre empfing jeden neuen Gast, der sich in den Räumlichkeiten der Freikirchlichen Christengemeinde Duisburg, der ehemaligen Bürgerschenke in Ruhrort, einfand.

Gemeindevorstand und erster Vorsitzender, Heiner Heseding, begrüßte die Gäste: „Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass unsere Dinnerchurch so bekannt wird, dass sie sogar in einem Buch Erwähnung findet, hätte ich es nicht für möglich gehalten. Jetzt ist es aber tatsächlich so weit. Der Universitätsprofessor Guido Fuchs von der Uni Würzburg rief mich vor kurzem an. Er forscht seit langem über die Verbindung zwischen Glauben und Gaumen und ist darüber auf unser Projekt gestoßen und neugierig geworden.“

Grundkonzept nachamerikanischem Vorbild

Hesebach erläuterte also das Grundkonzept, das die Gemeinde nach amerikanischem Vorbild seit vielen Jahren lebt, wie er es auch jedem anderen Neugierigen gerne erzählen würde. Die Dinner-Church ist ein Angebot an die Gemeinde, aber eben auch an alle Interessierten, die Lust haben die Gemeinde kennenzulernen und einen gemütlichen Abend zu verbringen. „Klar ist natürlich, dass es bei uns auch immer ein christlich geprägtes Programm geben wird. Das ist Grundvoraussetzung, wer damit umgehen kann und sich darauf einlässt ist herzlich willkommen.“

Angedacht ist es jeweils drei dieser Veranstaltungen pro Jahr zu machen, die Termine werden aber relativ frei gewählt. „Die nächste Dinnerchurch ist für den 14. Februar geplant, das Motto ist dann natürlich „All you need is love““, erzählt Hesebach zwischen Gemüse-Samosa und Naan.

Der indische Abend ergab sich auf Wunsch zweier Gemeindemitglieder, die selbst ihre Wurzeln auf dem südasiatischen Subkontinent haben.

John Vilayil hatte sich nicht nur für die Organisation eines solchen Abends eingesetzt, sondern sich auch als Koch zur Verfügung gestellt. Für rund 100 Gäste bereitete er mit Unterstützung seiner Frau Sarah ein Drei-Gänge-Menü zu, das die Gäste begeisterte.

Zwischen den Gängen gab es ein mottogetreues Rahmenprogramm. Einige Gäste einer befreundeten Gemeinde aus Leverkusen sangen in familiärer Atmosphäre christliche Lobeslieder in ihrer Muttersprache.

Im Anschluss berichtete eine junge Frau in einem Veilchenfarbenen Sari, Mutki Khana, wie sie ihren Weg aus einer hinduistisch geprägten Familientradition hin zum christlichen Glauben gefunden hat.

In lockerem Ton erzählte sie „Ein Teil meines Herzen gehört immer nach Indien, der andere Teil liegt klar im Ruhrgebiet. Obgleich ich die hinduistischen Traditionen immer faszinierend fand, blieben die Rieten immer kalt für mich. Ich konnte sie einfach nicht spüren, Krishna, Shiva und weiß der Geier wie die anderen heißen.“