Ring frei für Gut gegen Böse

Mit viel Show und Übertreibung wurde im und auch außerhalb des Rings gekämpft. Foto: Michael Dahlke / WAZ FotoPool
Mit viel Show und Übertreibung wurde im und auch außerhalb des Rings gekämpft. Foto: Michael Dahlke / WAZ FotoPool
Redaktion am Ring: Die Wrestling-Liga WTF gab am Sonntag ihren Einstand bei den Duisburg Dockers. In der Clauberg-Halle soll es nun regelmäßig Schaukämpfe geben

Hamborn..  Der Athlet steigt auf das oberste Ringseil und springt seinem anstürmenden, deutlich schwereren Gegner entgegen, der durch den Aufprall krachend zu Boden geht, das Gesicht schmerzverzerrt. Das Publikum jubelt.

So kennt man es aus dem Fernsehen, wenn Wrestling-Ikonen wie Hulk Hogan, The Undertaker oder The Rock die Fäuste fliegen lassen. Solch ein Spektakel gibt’s neuerdings auch in der Hamborner Clauberg-Halle.

Die Liga WTF ist kürzlich zu den Duisburg Dockers gestoßen und stellte sich am Sonntag mit einer Wrestling-Veranstaltung vor, ihrem sogenannten „Grand Slam“.

Als Hauptkampf geht’s direkt um die WTF-Meisterschaft, Titelinhaber Michael Ripp tritt gegen Herausforderer Klaus Stahl an. „Wenn ich mit ihm fertig bin, dann ist er nicht mehr Klaus Stahl, dann ist er Klaus Sperrmüll, Klaus Schrott“, ruft Ripp ins Mikrofon, das er zuvor Ansagerin Samantha wüst aus der Hand gerissen hat. Die Zuschauer wissen nicht so recht, ob sie buhen oder lachen sollen. Zumindest wissen sie, dass Ripp ein Fiesling ist und werden seinen Gegner anfeuern.

Unterhaltung steht im Vordergrund

Dass die Kämpfe abgesprochen sind, weiß das Publikum. Dass es vor allem um Unterhaltung geht, um Fehden und den Kampf Gut gegen Böse, merken sie schnell. „Ich hatte mehr Sport und weniger Theater erwartet“, sagt die 15-jährige Cornelia Tomczak, die Wrestling bisher nicht kannte. „Spaß habe ich aber und bringe beim nächsten Mal Freunde mit.“

Doch zu kurz kommt der Sport nicht, die Athleten in ihren bunten Spandex-Anzügen, die The Prodigy, Nick Maddler, German Eagle oder Bierhannes heißen, legen sich mächtig ins Zeug: Mal wuchten sie ihre Gegner in die Höhe und schmettern sie dann auf den Boden, mal zeigen sie waghalsige Sprünge, kraftvolle Schläge oder Tritte und kennen keine Gnade bei Würgegriffen, die den Gegner zur Aufgabe zwingen sollen. Die Zuschauer jubeln und trampeln mit den Füßen.

„Die Show ist perfekt, ich hätte mir nichts Besseres vorstellen können“, sagt der 18-jährige Patrick Koch. „Das sind echte Helden“, ergänzt der 16-jährige Chris Yildirim, der nun auch bei der WTF mitmachen und später Profi-Wrestler werden möchte. Zumindest ein Fan ist jetzt auch seine gleichaltrige Schwester Lexi. „Da sind einige leckere Jungs dabei.“ Alle drei finden besonders gut, dass die Athleten auf die Besucher eingehen. „Wrestling zum Anfassen, das ist einfach super“, sagt Chris. Bei so viel Begeisterung ist am Ende fast egal, wer gewinnt. Denn der nächste Rückkampf kommt bestimmt.

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