Proteste gegen Rotlichtviertel in Duisburg-Marxloh offenbar erfolgreich

Die Stadt Duisburg plante, ein Stück der Kaiser-Wilhelm-Straße in Duisburg-Marxloh als Rotlichtviertel freizugeben. Die Proteste gegen diese Planung schreckten offenbar die Verwaltung auf. Nun wird über einen "Gelbbereich" nachgedacht.

Duisburg.. Als die Stadtverwaltung Duisburg das Konzept zur Steuerung von Vergnügungsstätten schrieb, da handelte sie sicherlich mit ehrenwerten Absichten: Sie wollte schlicht und ergreifend festhalten, wo welche Art von Spaß erlaubt sein soll und wo nicht.

Dabei ging es in erster Linie um Spielhallen, die vielen Bürgern und Politikern wie Verwaltungsleuten ein Dorn im Auge sind. An Swingerclubs, Sex-Kinos oder gar Bordelle dachte man wohl nur am Rande. Und machte - wie sich herausstellte - einen Fehler. Man schlug nämlich vor, ein Stück der Marxloher Kaiser-Wilhelm-Straße (dort, wo es seit Jahren reichlich Geschäftsleerstände gibt) für genau solche Etablissements vom Grundsatz her freizugeben. Mit einer Ausnahme: Bordelle sieht das Konzept nicht vor, die gelten nämlich nicht als Vergnügungs-, sondern als Gewerbestätten.

Wie dem auch sei. Proteste in Marxloh schreckten die Verwaltung auf. Inzwischen wird darüber nachgedacht, die Kaiser-Wilhelm-Straße in einen Gelbbereich umzuwandeln. Sprich: dort nur nach individueller Entscheidung ausnahmsweise Vergnügungsstätten zuzulassen. Damit dürfte sich das Problem für Marxloh erledigt haben.

Vulkanstraße soll als Rotlicht-Meile dienen

Allein die Vulkanstraße soll als Rotlicht-Meile dienen. Ganz ohne solche Bezirke indes geht es nicht: „Das käme einem Berufsverbot gleich und würde von den Gerichten nicht akzeptiert“, heißt es.

Auch in Meiderich und Walsum diskutierte man das Vergnügungsstätten-Konzept in der Politik, allerdings weniger emotional. Schließlich sind dort keine Bereiche so gekennzeichnet wie die Vulkanstraße. Trotzdem machten die Bezirkspolitiker klar, dass ihnen Vergnügungsstätten grundsätzlich ein Dorn im Auge sind. Wobei es im Wesentlichem um Zockerbuden geht. Die sollen in Walsum künftig nur noch in einem kleinen Bereich der Dr.-Wilhelm-Roelen- und der Friedrich-Ebert-Straße genehmigt werden. Und im Bezirk Meiderich im Umfeld des Bahnhofs und an der Arnoldstraße in Beeck.

 
 

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