Politiker in Duisburg haben Wut auf Link und Spaniel

Die Schottimmobilie an der Helmholtzstraße in Beeck soll künftig als Übergangsheim genutzt werden.
Die Schottimmobilie an der Helmholtzstraße in Beeck soll künftig als Übergangsheim genutzt werden.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Mit dem Thema „Übergangsheime für Asylbewerber“ befassten sich die Bezirksvertretungen Meiderich/Beeck und Walsum am Donnerstag.

Meiderich/Beeck.  Die Gegner saßen nicht im Saal der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck: OB Sören Link und Stadtdirektor Reinhold Spaniel. Sehr zum Verdruss ihrer Parteifreunde dort hatten die beiden SPD-Spitzenbeamten Mitte Mai durch den Rat der Stadt gebracht, dass das marode ehemalige Übergangswohnheim Helmholtzstraße 28 in Beeck wieder flott gemacht wird. Gegen Jahresende soll es bis zu 92 Asylbewerber, meist aus Tschetschenien und Syrien, aufnehmen können. Die Bezirksvertreter durften das jetzt nachträglich zur Kenntnis nehmen.

Soziales Gleichgewicht

Allerdings verzichtete die CDU darauf, den Riss zwischen Rats-SPD und Rathaus auf der einen Seite und Bezirks-SPD auf der anderen in der Sache groß auszuschlachten. Auch die Rats-CDU hatte zugestimmt. Vielmehr ergab sich eine sachliche Diskussion.

„Eine komplette Missachtung der Bezirksvertretung“, sagte Ulrich Lüger (CDU) zu Beginn der Aussprache. Man habe davon aus der Zeitung erfahren. Solchen Alleingängen, kündigte er an, werde man künftig mit Sondersitzungen zuvorkommen. Lüger kritisierte die Reduzierung auf die scheinbare Alternative Beeck – Wedau. Das sei Politik nach dem St.-Florians-Prinzip. „Da wird ein Wahnsinnsbetrag in eine Ruine gesteckt.“ Wenn Stadtdirektor Spaniel den Standort für „geeignet“ halte, solle er das mal den Beeckern erklären. Zwar glaube er, Lüger, nicht an große Probleme mit den Flüchtlingen. Die dürfe man nicht mit den derzeitigen Zuwanderern aus Rumänien und Bulgarien verwechseln. Aber der Bezirk Meiderich/Beeck habe schon drei Ortsteile mit besonderen sozialen Problemen.

„Alleine die Kosten haben entschieden“, kritisierte Tim Eickmanns (SPD). Das sei nicht okay. Auch für die Asylbewerber selbst sei es nicht gut, in einen Ort gesetzt zu werden, um dessen soziale Stabilität seit Jahren gekämpft werde.

„Man hätte mit Abriss und Verkauf des Grundstücks den Alternativstandort finanzieren können“, meinte Christof Eickhoff (CDU).

„Völlig daneben“, befand auch Rainer Gänzler (Grüne) das Vorgehen der Stadt. Er rügte, dass die vorgeschriebene, vorherige Anhörung der Bezirksvertreter ausgeblieben war.

Kenan Ilhan (Linke) lobte, dass die Diskussion geführt werde, ohne Ängste der Bürger auszunutzen. „Es geht um sehr bedürftige Menschen.“

Länger als noch drei Jahre, argumentierte die Stadtspitze in ihrer Vorlage, lasse sich das Wohnheim Königstraße 9 in Walsum nicht betreiben, weil es zu marode sei. Dort stehen 94 Plätze zur Verfügung, von denen im März 66 belegt waren. Würde man die Helmholtzstraße für rund 800 000 Euro sanieren, könnten in dieser Zeit und lange danach dort weitere 92 Kriegs-Flüchtlinge un­tergebracht werden.

Sollte dieser Platz nicht reichen, wird vorsichtshalber eine Baugenehmigung eingeholt, um an der Masurenallee in Wedau noch eine Containersiedlung aufbauen zu können. Die 800 000 Euro dafür wären aber schlechter angelegt, so die Verwaltung, da es sich dabei nur um eine Notlösung handele.

„Die Zahl der Asylbewerber“, ergänzte dazu Bezirksamtsleiter Ralph Cervik in der Sitzung, „sind gegenüber 2012 um 70 % gestiegen.“ Es kämen dann auf 10 800 Einwohner in Beeck 90 Flüchtlinge.

Das Gebäude an der Helmholtzstraße würde von der Stadt für jährlich 175 000 Euro vom städtischen Immobilien-Management (IMD) angemietet und für rund 77 000 Euro im Jahr betrieben. Weitere 52 000 Euro werden für die Ausstattung benötigt.

Erst im letzten Herbst hatte IMD-Chef Uwe Rohde auf Anfrage der CDU in der Bezirksvertretung erklärt, es bestehe kein weiterer Bedarf für das Gebäude. Seinen Zustand bezeichnete er als „prekär“. Sollte sich bis Frühsommer 2013 kein Erwerber finden, müsste es abgerissen werden. Für die Nachbarschaft, räumte Rohde ein, sei es kein Aushängeschild.

Von Flüchtlingszahlen und Sanierungskosten

Länger als weitere drei Jahre, argumentierte die Stadtspitze in ihrer Vorlage, lasse sich das Wohnheim Königstraße 9 in Walsum nicht betreiben, weil es zu marode sei. Dort stehen 94 Plätze zur Verfügung, von denen im März 66 belegt waren.

Würde man die Helmholtzstraße für rund 800 000 Euro sanieren, könnten in dieser Zeit und lange danach dort weitere 92 Kriegs-Flüchtlinge un­tergebracht werden.

Da man nicht weiß, ob dieser Platz reicht, wird vorsichtshalber eine Baugenehmigung eingeholt, um an der Masurenallee in Wedau noch eine Containersiedlung aufbauen zu können. Die 800 000 Euro dafür wären aber schlechter angelegt, so die Verwaltung, da es sich dabei nur um eine Notlösung handele.

„Die Zahl der Asylbewerber“, ergänzte Bezirksamtsleiter Ralph Cervik in der Sitzung, „sind gegenüber 2012 um 70 % gestiegen.“ Es kämen dann auf 10 800 Einwohner in Beeck 90 Flüchtlinge.

Das Gebäude an der Helmholtzstraße würde von der Stadt für jährlich 175 000 Euro vom städtischen Immobilien-Management (IMD) angemietet und für rund 77 000 Euro im Jahr betrieben. Weitere 52 000 Euro werden für die Ausstattung benötigt.

Erst im vergangenen Herbst hatte IMD-Chef Uwe Rohde auf Anfrage der CDU in der Bezirksvertretung erklärt, es bestehe kein weiterer Bedarf für das Gebäude. Seinen Zustand bezeichnete er als „prekär“. Sollte sich bis Frühsommer 2013 kein Erwerber finden, müsste es abgerissen werden, hieß es damals. Für die Nachbarschaft sei es kein Aushängeschild.

 
 

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