Pläne für Outlet-Center in Duisburg vor dem Scheitern?

Christian Balke
Etliche Mieter der Siedlung am Zinkhüttenplatz protestieren gegen den geplanten Abriss.
Etliche Mieter der Siedlung am Zinkhüttenplatz protestieren gegen den geplanten Abriss.
Foto: WAZ FotoPool
In Hamborn gehen die Proteste gegen den Bau des Outlet Centers weiter. Bei einer Versammlung am Donnerstagabend appellierte die Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz an die Betroffenen, weiter zu kämpfen. Für die Parkplätze des Shoppingcenters will die Stadt eine Siedlung abreißen lassen. 1000 Mieter müssten dann ausziehen. Der Mieterbund Rhein-Ruhr macht den betroffenen Hoffnung.

Duisburg. Der Plan für das Outlet-Center im Duisburger Norden könnte gehörig ins Wanken geraten, wenn Jürgen Effenberger, Rechtsanwalt und Geschäftsführender Vorstand des Mieterbund-Rhein-Ruhr, Recht behält.

Effenberger war ebenso wie rund 300 Gäste der Einladung der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz gefolgt. Die wollte sich an diesem Abend in der stimmungsvoll geschmückten Kirche für die kommenden Wochen in Position bringen.

Solidarität mit Initiative

Entscheidende Wochen für diejenigen Mieter am Zinkhüttenplatz, die partout nicht ihr Wohnquartier verlassen wollen, das Eigentümer Immeo an die Planungsgesellschaft des Outlet-Centers verkaufen will, weil dort Parkplätze entstehen sollen.

Helmut Mattern, einer von zwei Sprechern der Bürgerinitiative, machte in seiner Rede immer wieder deutlich, wie wichtig es sei, als vermeintlich ,kleiner’ Mieter engagiert und mutig dem Unternehmen entgegen zu treten: „Wir müssen immer bereit sein, auch auf die Straße zu gehen!“

Gelegenheit dazu gibt es am 13. Januar ab 12 Uhr, wenn die Initiative Mieter aber auch interessierte Bürger einlädt, eine Menschenkette um die Siedlung Zinkhüttenplatz zu bilden, die – freilich symbolisch – wie eine Wand des guten Willens und der Zuversicht zum Schutz der Siedlung wirken soll. Unter den 300 Besuchern in der Kreuzeskirche waren am Donnerstagabend ohnehin viele, die nicht am Zinkhüttenplatz wohnen aber ihre Solidarität mit der Initiative erklären wollten.

Gemeinsame Gebete

Etwa Vertreter der Essener Immeo-Mieterinitiative, die in der Kreuzeskirche ihrem Frust über die aus ihrer Sicht verfehlte Privatisierungspolitik des Unternehmens Luft machten. Immeo habe in Essen zahlreiche Mieter geradezu genötigt, ihre Mietwohnungen zu kaufen. Dagegen wehre man sich heute noch mit Erfolg: „Wichtig ist, dass sie hier alle zusammenstehen!“

Nette Worte gab es auch von Mitgliedern der Kirchengemeinde St. Norbert. Die von der Schließung bedrohte Gemeinde unterstütze den Kampf der Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz und werde am Montag, 9. Januar, am Zinkhüttenplatz ein Zeichen setzten. Dann wollen Gläubige aus St. Norbert gemeinsam mit Mietern vom Zinkhüttenplatz beten.

Abriss und Verkauf

Ob er auch an die Wirkung von Gebeten glaubt, ließ Jürgen Effenberger vom Mieterbund Rhein-Ruhr e.V. offen. Er glaube, sagte Effenberger, an die Gültigkeit von Verträgen. Beim Verkauf der Thyssen-Krupp-Wohnimmobilien an Immeo sei damals lebenslanger Kündigungsschutz für alle Zinkhüttenplatz-Mieter über 65 Jahren festgeschrieben worden. „Der gilt nach wie vor“, sagte Effenberger, „deswegen können sie alle das Ganze relativ gelassen sehen.“ Von dieser Zusage, da war sich Effenberger sicher, könne Immeo nicht zurücktreten. Deswegen werde die Siedlung Zinkhüttenplatz, seiner Meinung nach, vermutlich weder verkauft noch abgerissen.

Effenberger bezeichnete die Immeo-Pläne am Zinkhüttenplatz als „Vorratsbeschluss“. Wenn der Vermieter etwaige Kündigungen mit besserer wirtschaftlicher Verwertung rechtfertige, sagte der Anwalt, „dann sind Abriss und späterer Verkauf als Begründung nicht stichhaltig.“

Marxloh