Pfeilschnelle Jäger sind in Duisburg unterwegs - Habichte

Falkner Karl-Heinz Peschen präsentiert seine Raubvögel – hier einen Habicht – bei Vogelschauen.
Falkner Karl-Heinz Peschen präsentiert seine Raubvögel – hier einen Habicht – bei Vogelschauen.
Foto: WAZ FotoPool
In der Serie „Wildtiere in der Stadt“ geht es heute um den Habicht. Er ist Vogel des Jahres und überall zu finden – wenn man geduldig Ausschau hält.

Walsum/Hamborn/Meiderich..  Als einen „Jäger mit akrobatischem Geschick“ bezeichnet der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) den Habicht. Er jagt anderen Tieren, insbesondere Vögeln hinterher, und das schnell wie ein Pfeil. Bis zu 90 Stundenkilometer soll er schaffen, wenn er seine Opfer verfolgt. So ist es für den Duisburger Stadtbiologen Randolph Kricke kein Wunder, dass der Raubvogel mit einer Spannweite bis zu 120 Zentimeter mit Leichtigkeit eine fliegende Taube erwischen kann.

Hühner sind leichte Beute

Allerdings sind Habichte auch Räuber. Wenn der Hunger groß und die Gelegenheit günstig ist, dann kann es auch schon mal vorkommen, dass er freilaufende Hühner schlägt. „In Walsum“, berichtet Kricke, „bediente sich ein Habicht schonmal an den Tieren eines Landwirtes.“ Das sei keine Seltenheit: Auch in Gärten, in denen Hühner laufen, langt der Greifvogel gelegentlich zu. Leichter kann er keine Beute machen. Oder wie Kricke sagt: „Das ist ein gefundenes Fressen.“

„Fast überall im Stadtgebiet“, so der Experte der Stadt, „ist der Vogel anzutreffen. Im Mattlerbusch, in der Rheinaue, im Driesenbusch, sogar im Hamborner Stadtwald.“ Kurzum: „Überall dort, wo Wälder oder Parks sind.“

Habichte, führt der Biologe aus, seien immer dort zu Hause, wo es noch intakte Grünbereiche gebe. Und die findet man selbst in einer Industriestadt wie Duisburg.

Bis zu drei Kilo schwere Tiere schlägt der Habicht

Im Flug entdeckt man die großen Vögel eher selten. Sie kreisen nicht wie andere Raubvögel am Himmel, stets auf der Suche nach Beute. „Sie sitzen oft stundenlang fast unbeweglich auf einem Ast und beobachten die Gegend“, weiß der Fachmann. Entdecken sie ein Beutetier, schwingen sie sich auf und schlagen blitzschnell zu.

Nicht nur Tauben, Amseln und Hühner stehen auf der Speisekarte: Selbst Enten krallt er sich gelegentlich. Natürlich auch Reptilien, Mäuse, Fische, ab und an Kaninchen und kleine Hasen.

Bis zu gut drei Kilogramm Gewicht kann der Vogel, der selbst maximal zwei Kilogramm auf die Waage bringt, abtransportieren. Weil Habichte Hühner erbeuten, sind sie bei Landwirten nicht unbedingt beliebt – und werden mitunter (illegal) bejagt. Dennoch sei er, so Kricke, kein seltener Vogel: „Vom Aussterben ist er nicht bedroht.“ In diesem Jahr wurde er zum Vogel des Jahres gekürt.

Verletztes Tier mit Ekzemen an den Fängen

Einmal gelang es einem Landwirt, einen Habicht, der auf seinem Hof in Walsum „gewildert“ hatte, zu schnappen. Es handelte sich allerdings um ein geschwächtes Tier, das aus der Gefangenschaft hatte fliehen können. Es war jedoch, so der städtische Artenschutzbeauftragte, in einem so schlechten Zustand, dass es nicht überlebte. „Der Vogel hatte große Wunden und Ekzeme an den Fängen. Das deutet auf falsche Haltung hin.“ Die Haltung ist nur erlaubt, wenn man einen Sachkundenachweis vorlegen und eine Genehmigung der Stadt erhalten hat.

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