Perspektive: Kulturzentrum

„Finnegans Five“ gaben Ende Februar ein erfolgreiches Konzert in der Unterkirche von St. Barbara. Künftig sollen regelmäßig Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
„Finnegans Five“ gaben Ende Februar ein erfolgreiches Konzert in der Unterkirche von St. Barbara. Künftig sollen regelmäßig Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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In St. Barbara will man für den Erhalt Förderverein gründen

Duisburg-Röttgersbach.. Angelika Hoffmann erinnert sich, an jenen für sie so bitteren Tag: Ende Januar beendete Ruhrbischof Franz Overbeck mit einer richtungsweisenden und nach wie vor in Kirche und Politik umstrittenen Entscheidung die monatelange Protestwelle gegen geplante Kirchenschließungen im Norden: Spätestens 2015 erhalten St. Norbert in Obermarxloh und St. Barbara im Röttgersbach keine Kirchensteuern mehr.

Den Protest der katholischen Gläubigen gegen diese Maßnahmen koordinierte Hoffmann als Vorsitzende der Initiative „Rettet St. Barbara“. Nun suchen sie und ihre Mitstreiter nach einer würdigen Zukunft für das liebgewonnene Gotteshaus an der Fahrner Straße nach 2015.

Denn St. Norbert darf im Gegensatz zu St. Barbara auch dann noch katholische Kirche bleiben, Wenn die Gemeinde sich denn selbst finanzieren kann. St. Barbara im Röttgersbach wird – wie vor wenigen Tagen die Kirche St. Konrad in Hamborn – als Gotteshaus außer Dienst gestellt. Weitere Verwendung? Noch offen.

„Wir sind gerade dabei, einen Förderverein zu gründen“, sagt Angelika Hoffmann, „damit die Kirche und die angeschlossenen Tagungsräume von engagierten Bürgern auch weiterhin betrieben werden können.“

Bei dieser Planung, stellt Hoffmann klar, gäbe es keine Denkverbote: „Der Röttgersbach kann neben Senftöpchen und Red Rooster natürlich noch ein weiteres Kultur- und Veranstaltungszentrum vertragen“, sagt die engagierte Katholikin. Das zu diesem Zweck in Gründung befindliche Netzwerk reiche schon weit über den Duisburger Norden hinaus, sagt Hoffmann: „Es gibt viele Freunde und Unterstützer, die wir mit unserem Kampf bleibend beeindruckt haben. Heute noch erhalten wir Dankesworte von Christen aus ganz Deutschland.“

Die Kultur- und Konzertveranstaltungen der vergangenen Wochen und Monate hätten ihr und ihren Mitstreitern Mut gemacht, sagt Hoffmann, dass eine künftige Nutzung als Kultur- und Veranstaltungszentrum auch wirtschaftlich darstellbar sei: „Alles, was wir bis jetzt gemacht haben, war erfolgreich.“ Nun käme es darauf an, weitere Gemeindemitglieder für die Idee zu begeistern: „St. Barbara ist eine wohlhabende Gemeinde. Ich glaube, wir sind da auf einem ganz guten Weg.“

Wo der hinführt, bleibt offen: Es wird weiter gemunkelt, dass die im (vergleichsweise) wohlhabenden Röttgersbach attraktiv gelegene Kirche wohl Platz machen soll für ein Altenwohnheim. Ein Deal, der mächtig viel Geld in die Ablass-Kasse des Bistums spülen würde.

 
 

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