Neumühler Kirche wird abgerissen

Der Abriss der St.-Martin-Kirche in Duisburg-Neumühl hat begonnen.
Der Abriss der St.-Martin-Kirche in Duisburg-Neumühl hat begonnen.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg-Neumühl..  Auf den Tag genau heute vor 55 Jahren wurde die Neumühler St.-Martin-Kirche feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Wenige Tage vor dem Jubiläum rückte der Abbruchbagger an und riss ein gigantisch wirkendes Loch.

„Das sieht aus wie nach einem Bombenangriff“, sagte ein Passant. Dabei lief ihm ein kalter Schauer den Rücken runter.

Im Jahr 2008 fand der letzte Gottesdienst in der zuletzt zur Gemeinde St. Norbert gehörenden Kirche statt. Die Gemeinde hatte sich wegen rückläufiger Mitgliederzahlen von einem Gotteshaus trennen müssen, die Wahl fiel damals auf das Bauwerk an der Max-Planck-Straße 41, das in den Jahren 1955 bis 1957 hochgezogen wurde.

Anfang der 1950er Jahre, als Neumühl wegen der vielen Arbeiterzuzüge aus allen Nähten platzte, entschied sich das Bistum, dort eine Kirche zu bauen. Die Gemeinde wurde sogar in den 1960er Jahren eine selbstständige Pfarrei, musste später aber mit Herz-Jesu an der Holtener Straße fusionieren. Als im Jahr 2005 der nächste Gemeindezusammenschluss anstand, entschied das Bistum, sich von St. Martin zu trennen. „Wir durften fortan keine Kirchensteuermittel mehr für den Erhalt der Kirche verwenden“, erinnert sich Lothar Hellmann, Vize-Vorsitzender vom Kirchenvorstand.

Im Jahr 2008 kam dann das endgültige Aus für die­ses Gotteshaus. Die Gemeinde versuchte, das Gebäude zu verkaufen, fand aber zunächst keinen Interessenten. Inzwischen ist der aber gefunden: Der bekannte Bauunternehmer Hellmich habe das Grundstück erworben.

Er plane dort Altenwohnungen. Vom Unternehmen Hellmich war bislang keine Stellungnahme zu den Bauplänen zu bekommen.

Die gemeindeeigenen Altenwohnungen nebenan sowie die Hausmeisterwohnung bleiben erhalten, so Hellmann im Gespräch mit der Redaktion.

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