Neumühler Helden

AHelden und ihre Paten: (v.li.) Holger Venghaus, Dominik Hausmann, Jennifer Schulz, Rebecca Beaten, Susanne Lohaus, Dennis Dombowski, Selahattin-Burak Yilmaz, Fuat Henolek. Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
AHelden und ihre Paten: (v.li.) Holger Venghaus, Dominik Hausmann, Jennifer Schulz, Rebecca Beaten, Susanne Lohaus, Dennis Dombowski, Selahattin-Burak Yilmaz, Fuat Henolek. Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
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Einmal ein Held sein- davon träumen viele. Für acht Jungs aus Neumühl wird dieser Traum wahr, doch mit engen blauen Leggins und wehendem Umhang hat das wenig zu tun.

Duisburg-Laar.. Einmal ein Held sein- davon träumen viele. Für acht Jungs aus Neumühl wird dieser Traum wahr, doch mit engen blauen Leggins und wehendem Umhang hat das wenig zu tun. Ihre Arbeitskleidung werden vielmehr schwarze Kapuzenjacken auf denen relativ unauffällig in weißer Schrift „Heroes“ geschrieben steht. Ihre „Superkräfte“ werden sie im Namen der Gleichberechtigung und Demokratie an die Bevölkerung bringen.

Das Projekt „Heroes- gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“, an dem die Jugendlichen teilnehmen, ist eine Initiative des Vereins Jungs. e.V. mit Sitz in Meiderich. Seine Wurzeln hat das Projekt allerdings in Berlin. „Heroes“ richtet sich an männliche Jugendliche aus Ehrenkulturen, die der Gesellschaft etwas verändern möchten.

Ausbildung zum Helden

Innerhalb einer 6 bis 9-monatigen Ausbildungszeit werden die Teilnehmer von ihren Coaches zu „Heroes“ ausgebildet, um danach als Referenten in Schulen zu gehen und dort Seminare zu Themen wie Gleichberechtigung zu halten.

„Wir treffen uns jeden Montag für zwei bis dreieinhalb Stunden und diskutieren über gesellschaftsrelevante Themen, oft bietet ein Film den Einsteg in ein Thema“, erklärt Selahattin-Burak Yilmaz, einer der beiden Coaches der Neumühler Gruppe. Um Trainer für das Heroes-Projekt zu werden, musste er selbst an drei Seminaren in Berlin teilnehmen. „Außerdem ist die Bereitschaft und das persönliche Interesse an dem Thema zu arbeiten eine Grundvoraussetzung“, ergänzt sein Kollege Cemil Fuat Hendek.

Weil die Arbeit der Trainer auch bezahlt werden will, ist das Projekt auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Grundsätzlich wird die Arbeit zwar vom Jugendamt und dem Verein Jungs e.V. unterstützt, jedoch ist für die Maßnahme auch noch eine Drittfinanzierung nötig. Dazu bereit erklärt haben sich die Leos, die Jugendorganisation des Lions Club Duisburg. So überreichte die Präsidentin der Leos, Rebecca Baaten, am vergangenen Freitag eine Spende von 3000 Euro an die Projektleiter, Holger Venghaus und Susanne Lohaus, vom Jugendzentrum Zitrone. Die Neumühler Jungs jetzt seit April bei dem Projekt, das bedeutet sie werden voraussichtlich im Januar ihre Zertifikate erhalten. Selbst zu dem Projekt äußern, dürfen sie sich bis dahin aber grundsätzlich nicht. „Das ist eine unserer Grundregeln“, sagt Susanne Lohaus, „erst wenn ihre Ausbildung vorbei ist dürfen sie in der Öffentlichkeit Stellung beziehen“.

Die Projektleiterin war so positiv überrascht über die Resonanz, dass sie sich gut vorstellen kann im nächsten Jahr auch eine zweite Gruppe anzubieten. „Gestartet sind wir mit drei Teilnehmern, die wir persönlich angesprochen haben, aber bereits nach drei Wochen war die Gruppe voll besetzt“, berichtet sie.

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