Neue Initiative in Marxloh will Arbeitslose aktivieren

Doris Grüning ist für das Projekt Aktiv für Arbeit in Marxloh zuständig.
Doris Grüning ist für das Projekt Aktiv für Arbeit in Marxloh zuständig.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool

Marxloh.  Spezielle Arbeitsmarktdaten für Marxloh gibt es zwar nicht, aus dem Sozialbericht geht aber hervor, dass die „Arbeitslosendichte“ in dem Stadtteil recht hoch ist. Rund 16 Prozent aller Marxloher sind demnach arbeitslos. Zum Vergleich: In Gesamt-Duisburg beträgt die Arbeitslosendichte 9,3 Prozent. Die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) will nun mit Vereinen und Institutionen, die sich in Marxloh engagieren, ein so genanntes Aktivierungsnetzwerk gründen. Der Arbeitstitel lautet: „Aktiv für Arbeit in Marxloh“. In Hochfeld hat sich bereits ein solches Netzwerk gegründet, in Marxloh wollen so genannte Netzwerkcoaches Ende Januar aktiv werden. Doris Grüning von der EG DU ist eine von ihnen. Sie will etwa daran arbeiten, dass beispielsweise Frauen, Jugendliche und Einwanderer besser in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Viele Menschen ohne Abschluss

„Im Vergleich zu Hochfeld gibt es noch nicht so viele Zuwanderer in Marxloh. Wir werden den Schwerpunkt eher auf Jugendliche legen, die keinen Abschluss und keine Perspektive haben“, erklärt Doris Grüning. 19,6 Prozent aller Marxloher haben keinen Abschluss. Die Zahl bezieht sich allerdings nicht nur auf junge Erwachsene, sondern schließt auch erwachsene Frauen, die sich in den vergangenen Jahren verstärkt um ihre Familie gekümmert haben, mit ein.

Doris Grüning ist Diplom-Pädagogin und arbeitet schon seit 16 Jahren in verschiedenen Funktionen in Marxloh. Die 51-Jährige ist bei der EG DU beispielsweise für die Beteiligung von Kinder und Jugendlichen zuständig. Grundsätzlich erfinde man das Rad nicht neu. Es gebe bereits viele Maßnahmen für Jugendliche ohne Abschluss. Allerdings seien die Wege meist noch etwas lang. Einem Jugendlichen, der keinen Abschluss hat und der sich immer weiter zurückzieht, müsse aber schnell geholfen werden. Da sei es hilfreich, wenn die Ansprechpartner sich kennen und wissen, welche Papiere junge Erwachsene beschaffen muss, damit man ihm helfen kann. „Die Schlüsselpersonen im Stadtteil, zu denen die Jugendlichen Vertrauen haben, müssen informiert sein“, so Doris Grüning.

Wissenschaftlich begleitet

Das Projekt, das vom Land NRW gefördert wird und landesweit in Stadtteilen stattfindet, die auch beim Programm „Soziale Stadt“ mitmachen, läuft bis 2015. Innerhalb eines Jahres müsse es also gelingen, Strukturen zu schaffen, die auch nach der Förderungsphase Bestand hat. Zudem wird die Maßnahme landesweit wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, ob Arbeitsmarktprojekte auf Stadtteilebene sinnvoll sind. Es wäre aber auch schon ein Erfolg für die Netzwerkcoaches, wenn einigen Jugendlichen wieder eine Perspektive vermittelt werden könnte.

 
 

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