Müll rund um Roma-Haus in Duisburg verärgert Anwohner

Kurz nachdem die Aufnahmen vor dem Haus Hagedornstraße 25 gemacht wurden, kam es zum Tumult.
Kurz nachdem die Aufnahmen vor dem Haus Hagedornstraße 25 gemacht wurden, kam es zum Tumult.
Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Anwohner des Roma-Hauses an der Duisburger Hagedornstraße sammelten Unterschriften, um gegen das Verhalten zugezogener Roma zu protestieren. Beim Pressebesuch vor Ort kommt es zum Tumult. Die Bewohner des Hauses mögen keine Reporter.

Marxloh. Etwa 12, 13 Jahre jung mag er sein, der pausbackige rumänische Junge, der sich vor dem Haus an der Hagedornstraße dem Fotoredakteur in den Weg stellt, der den Müll auf dem Bürgersteig fotografieren will. Seine Beleidigungen und Drohungen stößt der kleine Roma in rumänisch-deutschem Kauderwelsch aus, ruft dazwischen laut nach Familienangehörigen, die er irgendwo im Inneren des ungepflegten Mehrfamilienhauses vermutet.

Roma-Frauen kommen auf die Balkone, auf denen sie hier abends kochen sollen. Die Überreste der sommerlichen Balkon-Barbecues liegen auf dem Bürgersteig vor dem Haus: Hühnerknochen und diverse Küchenabfälle rotten hier vor sich hin, von hunderten Fäkalfliegen umschwärmt. Die Frauen auf den Balkonen fangen ihrerseits an zu schreien und Flüche gegen die Reporter auszustoßen.

Keine Eskalation provozieren

Als alle Beschwichtigungs- und Erklärungsversuche scheitern, die Lage immer chaotischer wird, ziehen sich Text- und Fotoredakteur zurück vom Haus in der Hagedornstraße. Nur keine Eskalation.

Grund für den Ortstermin war ein Redaktionsbesuch von Anwohnern der Hagedornstraße (Namen der Redaktion bekannt). Die sammelten in den vergangenen Wochen 150 Unterschriften in der Nachbarschaft, um so gegen das aus ihrer Sicht unmögliche Verhalten neu-zugezogener rumänischer Roma zu protestieren.

Eine Delegation von vier alteingesessenen Mietern aus der Nachbarschaft klagte in der Redaktion über Lärm- und Geruchsbelästigung durch Müll auf Bürgersteigen. Über völlig überfüllte Wohnungen in abgewrackten Mietshäusern. Die Vermieterin, sagt einer der Nachbarn, käme in unregelmäßigen Abständen mit einem im Landkreis Nordfriesland registrierten Fahrzeug vorbei und kassiere die Miete per Quittung in cash von den Roma: „Muss’n gutes Geschäft sein bei 20 Leuten in einer Wohnung. Und jeder zahlt für sich.“

Der Müll, den die Menschen verursachten fliege über die Balkone auf den Bürgersteig oder nach hinten raus in die Gärten der Nachbarn, sagten sie. Kritik oder Zurechtweisung würden mit Drohungen beantwortet: „Aber wir lassen uns nicht mehr einschüchtern.“ Die Aufregung der Nachbarn, jedenfalls, kann das Redaktionsteam an diesem Tag nur zum Teil nachvollziehen. Denn abgesehen vom Problemhaus ist die Hagedornstraße sauber. Kein wilder Müll.

Auf dem Fußweg zurück zur Redaktion tut sich dann sogar in Sachen Küchenabfälle etwas. Der aufgebrachte Roma-Pausback schimpft zwar immer noch wie ein Rohrspatz - diesmal gelten die Flüche wohl seiner Mutter. Die hat ihm vom Balkon einen Besen zugeworfen und ihn spontan zum Fegen des Bürgersteigs verdonnert.

 
 

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