Moschee als neue Mitte des Stadtteils Beeck

Sabine Merkelt-Rahm
Auch Oberbürgermeister Sören Link nahm teil am Spatenstich für das neue türkische Gemeindezentrum in Duisburg-Beeck.
Auch Oberbürgermeister Sören Link nahm teil am Spatenstich für das neue türkische Gemeindezentrum in Duisburg-Beeck.
Foto: Lars Fröhlich
Bürgermeister und Bundestagsabgeordneter feierten mit beim ersten Spatenstich für die neue Ditib-Moschee in Beeck. Sakralbau ohne Minarette

Beeck.  Die Grundmauern des neuen Gemeindezentrums der türkisch islamischen Ditib-Gemeinde zu Beeck stehen schon. Am Lange Kamp auf dem Gelände der ehemaligen Getränkemarkthalle wächst ein architektonisch zurückhaltender, zweigeschossiger Sakral-Bau ohne Minarette, der Gebetsraum, Gemeinde-und Jugendzentrum und eine Wohnung für den Geistlichen enthalten wird.

Nun feierte der Moscheeverein, der 1982 gegründet wurde, mit vielen Gästen den ersten Spatenstich für das Gotteshaus, obwohl es inzwischen schon fast Zeit für das Richtfest wäre.

500 000 Euro hat das Grundstück gekostet, die Baukosten sind nach Auskunft von Gemeindemitglied Hakan Colakoglu auf rund eine Million Euro veranschlagt. „Wir können keine großen Fördermittel in Anspruch nehmen und viele unserer Leute sind Rentner mit kleinem Einkommen“, sagte Colakoglu. Zumal sich die Bauherren mit verschärften Sicherheits- und Brandschutzauflagen abfinden müssen, die zwar sinnvoll sind, aber auch die Baukosten in die Höhe treiben.

Im gut beheizten Festzelt begann die Feier mit einigen Koranversen, die der Imam vorsang und den Nationalhymnen der Türkei und der Bundesrepublik. „Heute sind wir alle Duisburger“, sagte der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir in seinem Grußwort und zeigte sich froh darüber, dass niemand seine kulturellen Wurzeln vergessen müsse. Die Beecker Gemeinde sei „fest verwurzelt, offen und transparent“.

„Es tut uns allen gut, dass Menschen in Deutschland unterschiedliche Gotteshäuser haben, in denen sie beten können und das nicht mehr in irgendwelchen Baracken tun müssen“, sagte OB Sören Link und wünschte den Bauherren einen zügigen und unfallfreien Baufortschritt. Ersin Özcan, der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Ditib in NRW, wünschte sich mehr öffentliche Anerkennung für den Beitrag, den die Moscheevereine seit vielen Jahren für das Zusammenleben in der Gesellschaft leisteten. Stattdessen würden sie häufig mit islamophoben Tendenzen konfrontiert.

„Wir sehen euren Bau mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Rüdiger Klemm, der Pfarrer der evangelischen Gemeinde. „Wir gönnen euch euer neues Gotteshaus zwar herzlich, aber es erinnert uns auch daran, dass wir im Umfeld Kirchen schließen müssen.“ Die Muslime seien mit dem neuen Gotteshaus sichtbar in der Mitte des Stadtteils und der Gesellschaft angekommen.